Boston Marathon 2010

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Autor, Copyright : Herbert Steffny
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Frankfurt Marathonsieger mit Rekord

Cheruiyot verbessert den Streckenrekord von Cheruiyot

(19.4.2010)


Schüchtern, aber selbstbewusst und schnell - Robert Kiprono Cheruiyot heißt der neue Streckenrekordler in Boston mit 2:05:52 Stunden.
(Foto Copyright: Herbert Steffny)



Die amerikanischen Hoffnungen ruhten auf Ryan Hall. Der 27-Jährige wurde zwar nur Vierter, erzielte aber die schnellste Zeit eines US-Amerikaners in Boston.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)

Was für ein Glück, dass viele Kenianer einen Mittelnamen haben. Als 2008 in Frankfurt ein Kenianer namens Robert K. Cheruiyot überraschend in Streckenrekord gewann, musste ich als TV-Kommentator erst mal in meinem Archiv blättern, denn dieser Name ist in Kenia nicht selten. Einer davon ist Robert Kipkoech Cheruiyot der World Major Marathons Sieger 2008, der dafür 500.000 Dollar kassierte und schon dreimal in Boston und auch in Chicago gewann. Den kannte ich, der konnte es aber nicht sein. Die Presseunterlagen gaben außer dem Namen damals nichts her. Sollte es der etwas langsamere Robert Kiprotich Cheruiyot mit Bestzeit von 2:10:54 Stunden vom Belgrad Marathon 2006 gewesen sein? Ich irrte mich, denn wie sich später rausstellte, war der schnelle Mann ein bisheriger Marathon-Nobody, der in keiner Liste zu finden war und der erst im letzten Moment auf den Marathon in Frankfurt aufsprang. Robert Kiprono Cheruiyot stammt aus der Trainingsgruppe um William Kiplagat, der zum Frankfurt Marathon eingeladen war. In Eldoret in Kenia rannte er bereits eine 63er Halbmarathonzeit, das ist ordenlich für diese Höhe von 2000 Metern. Im Training lief er alles zusammen mit Kiplagat, also nahm man den damals 20-Jährigen einfach mit. Ohne Einladung und Antrittsgeld stand das Talent an der Startlinie und hatte damals seinen großen Tag. Ohne sich umzudrehen beschleunigte der mit markant hoch gehaltenen Armen laufende Mann aus Sosto in der Umgebung von Kericho auf und davon und erzielte einen neuen Streckenrekord in 2:07:21 Stunden. Im Herbst 2009 konnte er wegen Oberschenkelproblemen in Frankfurt seinen Titel nicht verteidigen, wurde aber nach langer Führung noch hinter Landsmann Gilbert Kirwa Zweiter in neuer Bestzeit von 2:06:23 Stunden.

Internationaler Durchbruch für Cheruiyot

Bei der 114. Auflage des Boston Marathons, traditionell montags am Patriot's Day, lieferte der 21-Jährige nun sein Meisterstück ab und siegte in neuem Streckenrekord. Mit 2:05:52 Stunden pulverisierte Robert Kiprono Cheruiyot die Marke seines 31-jährigen nichtverwandten Namensvetters Robert Kiprotich Cheruiyot um ganze 82 Sekunden. Letzterer fehlte wegen einer Verletzung. Fast zwei Dutzend Läufer durchliefen die Halbmarathon Marke auf dem welligen Kurs in 1:03:27 Stunden. Am "Heart-Break-Hill", dem langen Anstieg nach 25 Kilometern, zerbröselte die Gruppe und es kam zu einem Zweikampf Cheruiyot und dem Vorjahressieger Deriba Merga aus Äthiopien. Auf dem letzten sieben Kilometer langen Teilstück runter nach Boston Downtown war der junge Kenianer nicht mehr zu halten. Mit einer zweiten schnelleren Hälfte in 1:02:25 Stunden gewann er nicht nur 150.000 Dollar Preisgeld, sondern auch 25.000 Dollar Streckenrekord Prämie. Mit dieser Zeit belegt er nun den 19. Platz der ewigen Marathon Weltbestenliste. Deriba Merga musste erschöpft als Dritter in 2:08:39 Stunden noch seinen Landsmann Tekeste Kebede (2:07:23 Stunden) vorbeiziehen lassen. Die große US-amerikanische Hoffnung Ryan Hall lief knapp dahinter als Vierter ein. Mit 2:08:41 Stunden erzielte der 27-jährige Vorjahresdritte wenigstens die schnellste Zeit eines US-Läufers in Boston und kassierte noch 25.000 Dollar. Mit Mebrathom Keflezighi, dem New York Marathon Sieger 2009, kam dahinter in 2:09:26 Stunden ein weiterer Amerikaner unter 2:10 Stunden. Die letzten Sieger waren Greg Meyer in 2:09:00 Stunden 1983 und Alberto Salazar 1982 in 2:08:52 Stunden. Anders als in Europa nehmen die Amerikaner den Kampf gegen die Afrikaner auf!

150.000 Dollar für Erkesso in moderaten 2:26 Stunden

Bei den Frauen war die Konkurrenz nicht so stark besetzt und das Geld leichter zu verdienen. Die Houston 2010 Siegerin Teyiba Erkesso (Bestzeit 2:23:53 Stunden) setzte sich nach der Hälfte ab und sah schon wie die klare Siegerin aus. Doch dann schwanden ihre Kräfte und die Russin Tatyana Pushkareva schob sich näher und näher. Letztlich rettete sich die 27-jährige Äthiopierin noch mit drei Sekunden Vorsprung in mäßigen 2:26:11 Stunden über den Zielstrich. Das brachten ihr 150.000 Dollar, die Russin musste sich mit der Hälfte zufrieden geben. Selbstbewußt hatte die Siegerin zuvor bereits bei der Pressekonferenz schon angekündigt auf Platz 1 laufen zu wollen. Im Februar erzielte sie mit flotten 67:41 Minuten beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah einen neuen Hausrekord im Halbmarathon. Die Titelverteidigerin Salina Kosgei aus Kenia landete in 2:28:35 Stunden auf dem dritten Rang (40.000 Dollar).

Vulkanausbruch verhinderte europäische Teilnehmer

Schnellster Deutscher war Johannes Waldschmidt aus Freiburg als 666. Gesamtplatzierter in 2:52:56 Stunden. Die 42-jährige Antje Albers aus Göttingen war schnellste deutsche Frau in 3:46:18 Stunden. Ein Teil der europäischen Teilnehmer konnte wegen des Vulkanausbruchs auf Island den Transatlantikflug nicht antreten. Von 217 gemeldeten Deutschen starteten nur 102 und 95 beendeten den Boston Marathon. 22.540 Teilnehmer kamen insgesamt ins Ziel, darunter 42,0 Prozent Frauen. 83,3 Prozent der Finisher waren US-Amerikaner.


Ergebnisse:
Männer:      
1. Robert Cheruiyot KEN, 2:05:52
2. Tekeste Kebede ETH 2:07:23
3. Deribe Merga ETH 2:08:39
4. Ryan Hall USA 2:08:41
5. Mebrahtom Keflezighi USA 2:09:26
6. Gashaw Asfaw ETH 2:10:53
7. John Komen KEN 2:11:48
8. Moses Kigen Kipkosgei KEN 2:12:04
9. Jason Lehmkuhle USA 2:12:24
10. Alejandro Suarez MEX 2:12:33
Frauen:      
1. Teyiba Erkesso ETH 2:26:11
2. Tatyana Pushkareva RUS 2:26:14
3. Salina Kosgei KEN 2:28:35
4. Waynishet Girma ETH 2:28:36
5. Bruna Genovese ITA 2:29:12
6. Lidiya Grigoryeva RUS 2:30:31
7. Yurika Nakamura JPN 2:30:40
8. Weiwei Sun CHN 2:31:14
9. Nailya Yulamanova RUS 2:31:48
10. Albina Mayorova-Ivanova RUS 2:31:55


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