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Laufmagazin - Nachrichten vom Lauf- und Ausdauersport

Mo Farah - vom Ritter zum Alien dank Donald Trump (1.2.2017)

Mo FarahDie skurrile „Elefant-im-Porzellanladen-trampeln-Politik“ des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat auch für die internationale Laufszene kuriose Konsequenzen. Der Doppel-Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter und gebürtige Somalier Mo Farah formulierte es in einem Interview mit „The Guardian“ so: "The Queen made me a knight, Donald Trump made me an alien” – Die Königin schlug mich zum Ritter, Donald Trump macht mich zum Alien. „Sir Mo Farah“, ein gebürtiger Somalier, eines der sieben moslemischen Länder, die Trump pauschal ein Dorn im Auge sind, nannte diese Politik „ignorant und voller Vorurteile“.

Derzeit lebt der britische Langstreckenläufer mit seiner Familie in den USA, fürchtete aber von einem Höhentrainingsaufenthalt in Äthiopien nicht mehr nach Portland in Oregon zurückkehren zu können. Der unüberlegten "Schnellschuss-Dekret-Politik“ des Egomanen aus Washington folgte zwei Tage später schon eine Korrektur. Bei Doppel-Staatsbürgerschaften zählt nun auch der andere, z.B. ein EU-Pass, in diesem Falle also der britische.

Mo Farah gibt Donald Trump Nachhilfe Unterricht in Sachen Völkerverständigung: „Ich bin ein Brite, lebe seit sechs Jahren in den USA, habe hart gearbeitet, mich sozial engagiert und dort Steuern bezahlt. Plötzlich soll meine Familie und ich nicht mehr willkommen sein? In Großbritannien war ich damals willkommen. Man hat mich aufgenommen als ich acht Jahre alt war und ich konnte dort meine Träume verwirklichen. Für Großbritannien habe ich Medaillen gewonnen und die größte Ehre, den Ritterschlag erhalten. Meine Geschichte ist ein Beispiel für die Folgen einer ausgleichenden Politik, nicht die einer von Isolation und Hass geprägten Sicht.“

Der britische Topläufer weiter: „Am ersten Januar dieses Jahres verlieh mir Ihre Majestät die Königin die Ritterschaft und am 27. Januar machte mich Donald Trump scheinbar zum Alien.“ Farah hat zwar keinen somalischen Pass, ist aber dort geboren, was in den USA derzeit ähnlich wie ein Aufenthalt in diesen Ländern schon als hochverdächtig gilt. Nach dem 27. Januar strandeten zunächst zahlreiche Einreisewillige an den US-Grenzen, bis Tage später und nach Protesten und Widerstand auch aus den USA die genauen Auslegungen der Dekrete nachgeliefert wurden.

Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn man in Washington erst mal nachgedacht hätte, bevor man eine übereilte populistische Schnellschusspolitik zelebriert. Mo Farah ist nun zunächst beruhigt, dass er offenbar von seinem Höhentrainingslager doch zurück zu seiner Familie in die USA reisen kann, aber die Politik der generellen Brandmarkung der sieben islamischen Staaten kann er dennoch nicht nachvollziehen.

Wurde Bekele in Dubai absichtlich zu Fall gebracht?  (25.1.2017)

Verschwörungstheorie? Wurde der äthiopische Laufstar Kenenisa Bekele beim Dubai Marathon letzte Woche absichtlich gerempelt, was zu seinem Aussteigen bei Kilometer 23 mit einer Wadenzerrung führte? In einem Interview mit dem Journalisten Pat Butcher gab der Berlin Marathonsieger und 5.000 und 10.000 Meter Weltrekordler und Doppel-Olympiasieger deutlich zu verstehen, dass er klar den Marathon Weltrekord im Visier und in den Beinen hatte.

Feyisa Lelisa Oromo ProtestSein Manager Jos Hermens schürte unterdessen den verwegenen Verdacht, sein Schützling sei am Start absichtlich zu Fall gebracht worden. Bekele ist vom unterdrückten Stamme der Oromo, der seit 2016 in Äthiopien in Aufständen gegen seine Verfolgung und Landnahme protestiert. Im letzten Jahr soll es dabei 500 Tote gegeben haben. Die Öffentlichkeit wurde damit durch eine Protestaktion Feyisa Lelisas, ein Stammesbruder von Bekele, in Rio de Janeiro und auch beim Honolulu Marathon (siehe Foto links, Copyright Herbert Steffny)

konfrontiert. Der Olympia-Zweite kreuzte seine Arme nach dem Zieleinlauf als Protest-Geste, die er später bei der Pressekonferenz erklärte. Er kehrte seinem Heimatland aus Angst vor Repressalien oder gar Todesdrohungen den Rücken und ersucht derzeit in den USA politisches Asyl. 

Bekele wurde trotz ansprechender Leistungen nicht für die Olympischen Spiele in Rio nominiert, wofür von Jos Hermens auch seine Stammeszugehörigkeit verantwortlich gemacht wurde. Obwohl er seine Nichtnominierung kritisierte, gilt der Nationalheld in Äthiopien eher als regierungstreu. Das könnte seine Oromo Landsleute verärgert haben. Vielleicht hat er aber auch keine Alternative als sich diplomatisch zu verhalten. Von seiner bedächtigen Art konnte ich mich selbst bei der Pressekonferenz in Berlin 2016 überzeugen. Einen Tag nach dem Rennen von Dubai, das Landsmann Tamirat Tola in Streckenrekord 2:04:11 Stunden gewann, schilderte Bekele im Gepräch mit Pat Butcher seine Sicht zu seiner Form und zum Sturz:

Hatte den Weltrekord in den Beinen...

Es waren wenigstens dieselben Bedingungen wie in Berlin (…wo er den Weltrekord nur um sechs Sekunden verpasste…). Aber mein Training war diesmal 10-15 Prozent besser. Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich locker gewonnen. Mein Ziel war Sieg in Weltrekordzeit. 2:04:11 Stunden ist für mich eine einfach zu laufende Zeit. Ich hatte wenigstens 2:03 Stunden in meinen Beinen, …wenn ich nicht gestürzt wäre. Ich war in der ersten Reihe an dem sehr engen Start. Schon vor dem Start gab es viele Schubsereien. Die Eliteläufer waren nicht von den normalen Startern getrennt. Es gab zwei oder drei Startschüsse, Konfusion und Druck von hinten. Mein Bein verhakte sich mit irgendjemand und ich stürzte und war irritiert und schockiert.“

Ein Freizeitläufer half ihm auf die Beine und er versuchte mit einem viel zu schnellen Kilometer die 100 Meter Rückstand wieder aufzuholen. Nach 15 Kilometern blockierte seine Hüfte einseitig und die Wade verkrampfte. Schließlich stieg der Favorit wie schon vor zwei Jahren aus. Nun möchte er beim London Marathon im April starten.


Kenenisa Bekele will in Dubai den Weltrekord angreifen (12.1.2017)

Kenenisa Bekele Berlin 2016Der Berlin Marathon Sieger und Weltjahresschnellste 2016 Kenenisa Bekele aus Äthiopien wird am 20. Januar beim Dubai-Marathon bei günstigen Bedingungen versuchen den Marathonweltrekord des Kenianers Dennis Kimetto (2:02:57 Stunden 2014 in Berlin ) anzugreifen. In Berlin verpasste er im Herbst diese Marke nur um sechs Sekunden. Die sehr flache Strecke in Dubai hat kaum Kurven und gilt als superschnell, obwohl auf ihr außer zwei inoffiziellen Junioren-Weltrekorden bisher noch kein Weltrekord gelaufen wurde. 2015 stand der Doppel-Olympiasieger über 5.000 und 10.000m und auch Weltrekordler über diese Distanzen bereits an der Startlinie, stieg aber nach 30 Kilometern verletzungsbedingt aus. Dem äthiopischen Rekordhalter ist der Weltrekord durchaus zuzutrauen, denn rechnet man seinen 10.000 Meter Weltrekord von 26:17,53 Minuten hoch (multipliziert mit 4,666, siehe "Das große Laufbuch"), so hat er ein Potential für 2:02:40 Stunden. Der 34-Jährige gilt als besonnen, hat Marathon mittlweile auch taktisch im Griff und lieferte in Berlin im Duell gegen Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang aus Kenia eine exzellente Vorstellung ab. Bei den Damen sind seine Landsfrauen Meselech Melkamu und Shure Demise favorisiert.

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