Rio de Janeiro Olympische Spiele 2016
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Copyright für alle Beiträge, Fotos: Herbert Steffny
natürlich können Sie hierhin verlinken!

Vorab ein wenig Fachchinesisch:

Olympia ist der antike Austragungsort der Olympischen Spiele in Griechenland, die fälschlich auch Olympiade genannt werden. Diese ist aber der (heute) vierjährige Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen. Ein Olympiakandidat, der sogenannte Olympionike, trainiert also in der Olympiade auf die Olympischen Spiele.

Inhaltsübersicht:
Ergebnisse:
Männer:
Frauen:
Finaler Medaillenstand Leichtathletik


Zeitplan Leichtathletik:
(Ortszeit Deutschland MESZ - Rio de Janeiro ist fünf Stunden später, Beispiel: Marathon Frauen 09.30 in Rio ist bei uns 14.30 Uhr)
In Rot die Entscheidungen Mittel- und Langstreckenlauf

Freitag, 12. August 2016
14.30 Diskus Mä Qualifik. Gr.A
14.35 100m Hürd. Siebenk. Fr
15.05 Kugel Fr Qualifikation
15.10 800m Männer Vorläufe
15.50 Hochspr. Siebenk. Fr
15.55 Diskus Mä Qualifik. Gr.B
16.10 10000m Frauen Finale
16.55 100m Frauen Qualifikat.
19.30 Start 20km Gehen Mä
20.50 Zielank. 20km Gehen M
01.30 1500m Frauen Vorläufe
01.35 Kugel Siebenkampf Fr
01.40 Hammer Fr Qualif. Gr.A
02.05 400m Mä Vorläufe
02.20 Weitsprung Mä Qualifik.
03.00 Kugel Frauen Finale
03.05 200m Siebenkampf Fr
03.10 Hammer Fr Qualif. Gr.B
03.40 100m Fr Vorläufe


Samstag, 13. August 2016
14.30 100m Mä Qualifikat.
14.40 Dreisprung Fr Qualifik.
15.05 3000m Hindern. Fr Vorl.
15.50 Diskus Männer Finale
16.00 400m Fr Vorläufe
16.45 Weitspr. Siebenkampf Fr
17.00 100m Mä Vorläufe
01.00 Speer Siebenk. Fr Gr.A
01.20 Stabhoch Mä Qualifik.
01.30 400m Mä Halbfinale
01.50 Weitsprung Mä Finale
02.00 100m Fr Halbfinale
02.15 Speer Siebenk. Fr Gr.B
02.25 10000m Männer Finale
03.05 800m Mä Halbfinale
03.35 100m Frauen Finale
03.53 800m Siebenkampf Fr


Sonntag, 14. August 2016
14.30 Start Marathon Frauen
01.30 Hochsprung Mä Qualifik.
01.35 400m Fr Halbfinale
01.55 Dreisprung Fr Finale
02.00 100m Mä Halbfinale
02.30 1500m Fr Halbfinale
03.00 400m Männer Finale
03.25 100m Männer Finale
Montag, 15. August 2016
14.30 Dreisprung Mä Qualifik.
14.30 200m Frauen Vorläufe
15.25 3000m Hindern. Mä Vorl
15.40 Hammer Frauen Finale
16.15 3000m Hind. Fr Finale
16.35 400m Hürden Mä Vorl.
01.30 Diskus Fr Qualifik. Gr.A
01.35 Stabhoch Mä Finale
01.40 110m Hürden Mä Vorl.
02.30 400m Hürden Fr Vorl.
02.50 Diskus Fr Qualifik. Gr.B
03.25 800m Männer Finale
03.45 400m Frauen Finale




Dienstag, 16.August 2016
14.30 5000m Frauen Vorläufe
14.45 Stabhochspr. Fr Qualifik. 
14.50 Dreispr. Männer Finale
15.30 1500m Mä Vorläufe
16.05 100m Hürden Fr Vorl.
16.20 Diskus Frauen Finale
16.50 200m Männer Vorläufe
01.30 Hochsprung Mä Finale
01.35 Speer Fr Qualifik. Gr.A
01.40 110m Hürd. Mä Halbfin.
02.05 Weitsprung Fr Qualifik.
02.10 400m Hürden Fr Halbfin.
02.35 400m Hürd. Mä Halbfin.
02.50 Speer Fr Qualifik. Gr.B
03.00 200m Frauen Halbfinale
03.30 1500m Frauen Finale
03.45 110m Hürd. Mä Finale
Mittwoch, 17. August 2016
14.30 100m Zehnkampf Mä
14.40 Hammer Mä Qualif. Gr.A
15.05 5000 m Männer Vorläufe
15.35 Weitspr. Zehnkampf Mä
15.55 800m Fr Vorläufe
16.05 Hammer Mä Qualif. Gr.B
16.50 3000m Hind. Mä Finale
17.15 Kugel Zehnkampf Mä
22.45 Hochspr. Zehnkampf Mä
01.30 Speer Mä Qualifik. Gr.A
01.45 100m Hürden Fr Halbfin.
02.15 Weitspr. Frauen Finale
02.20 400m Zehnkampf Mä
02.55 Speer Mä Qualif. Gr.B
03.00 200m Mä Halbfinale
03.30 200m Frauen Finale
03.55 100m Hürden Fr Finale
Donnerstag, 18. August 2016
14.30 110m Hürden Zehnk. Mä
14.55 Kugel Mä Qualifikation
15.00 Hochsprung Fr Qualifik.
15.25 Diskus Zehnk. Mä Gr.A
16.20 4x100m Frauen Vorläufe
16.40 4x100m Mä Vorläufe
16.40 Diskus Zehnk. Mä Gr.B
17.00 400m Hürd. Mä Finale
18.25 Stabhochspr. Zehnk. Mä
23.35 Speer Zehnk. Mä Gr.A
00.45 Speer Zehnk. Mä Gr.B
01.30 Kugel Männer Finale
01.45 1500m Mä Halbfinale
02.10 Speer Frauen Finale
02.15 800m Fr Halbfinale
02.45 1500m Zehnkampf Mä
03.15 400m Hürden Fr Finale
03.30 200m Männer Finale


Freitag 19. August 2016
13.00 Start 50km Gehen Mä
16.35 Zielank. 50km Gehen M
19.30 Start 20km Gehen Fr
20.55 Zielank. 20km Gehen F
01.30 Stabhochspr. Fr Finale
01.40 4x400m Frauen Vorläufe
02.05 Hammer Männer Finale
02.10 4x400m Mä Vorläufe
02.40 5000m Frauen Finale
03.15 4x100m Frauen Finale
03.35 4x100m Mä Finale
Samstag, 20. August 2016
01.30 Hochsprung Fr Finale
01.55 Speer Männer Finale
02.00 1500m Männer Finale
02.15 800m Frauen Finale
02.30 5000m Männer Finale
03.00 4x400m Frauen Finale
03.35 4x400m Männer Finale
Sonntag, 21. August 2016
14.30 Start Marathon Männer

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10.000m Frauen - Ayana pulverisiert Weltrekord (12.8.2016)

Das ist der Traum eines jeden Athleten - Olympiasieg mit Weltrekord, wie es beispielsweise dem legendären Abebe Bikila aus Äthiopien auf der Marathonstrecke 1960 in Rom und 1964 in Tokio gleich zweimal hintereinander gelang. Das Rennen am Freitag Vormittag in Rio machte zunächst sprachlos. Der als dopingverseucht gehandelte Weltrekord der Chinesin Wang Yunxia von 29:31,78 Minuten aus dem Jahre 1993 wurde mit 29:17,45 Minuten von der 24-jährigen Äthiopierin Almaz Ayana bei idealen Wetterbedingungen um 18 Grad Celsius förmlich pulverisiert. Die ersten 13 Läuferinnen stellten Bestleistungen auf, davon vier mit Zeiten unter 30:00 Minuten, was seit sieben Jahren keiner Dame mehr gelang. Die Zweite Vivian Cheruiyot aus Kenia verpasste die alte Weltrekordmarke nur um eine Sekunde. Die Titelverteidigerin und Dritte des Rennens Tirunesh Dibaba aus Äthiopien lief mit 29:42,56 Minuten die viertschnellste Leistung aller Zeiten. Es war das mit Abstand schnellste 10.000 Meter Rennen aller Zeiten, die die Ewige Bestenliste im 10.000m Lauf der Damen durcheinander wirbelte. Mein Kommentar hierzu


Das Rennen - Tempohatz mit Steigerungslauf

Von Beginn an drückten die Damen auf die Tube, allen voran die Kenianerin Alice Aprot Nawowuna.  Kenia gegen Äthiopien. Neben den 
Afrikanerinnen konnte nur die US-Amerikanerin Molly Huddle bei dieser Tempohatz im riesigen 37-köpfigen Starterfeld nachsetzen. Die "Türkin" und Europameisterin Yasemin Can zähle ich als gebürtige Kenianerin ebenfalls zu den Afrikanerinnen. Bei 3.000 Meter lag die Truppe mit 8:52 Minuten schon klar auf einem superschnellen Sub-30 Minuten Kurs. Nawowuna drückte weiter auf das Tempo und leitete das Feld in sensationellen 14:46 Minuten in die zweite Hälfte. Was dann geschah war aber noch atemberaubender. Denn trotz des ohnehin hohen Tempos übernahm die 5.000 Meter Weltmeisterin von Peking 2015 Almaz Ayana die Führung und verschärfte sogar noch die Pace von 70 Sekunden pro Runde auf unglaubliche 66,67 Sekunden. Das sprengte die verbliebenen Läuferinnen auseinander. Cheruiyot und Nawowuna folgten in jeweils 10 Meter Abstand. 


Almaz Ayana
Olympiasieg in Weltrekord! Almaz Ayana ist
der neue Superstar auf der Bahn.



"My Doping
is my Training"

Ayana wurde auf den folgenden zwei Runden nur wenig langsamer. 8.000 Meter durchlief sie in 23:25,37 Minuten. Der Weltrekord war nun nur noch Formsache und Gold war längst vergeben. In einer fast unglaublichen zweiten Hälfte mit 14:30 Minuten sicherte sich die Frontläuferin einen klaren Sieg und den Weltrekord. Man musste sie im Vorfeld angesichts ihrer vorgelegten 5.000 Meter Leistung von 14:12 Minuten
auch als klare Favoritin einstufen. Dahinter musste sich wie in London 2012 Vivian Cheruiyot trotz eines Keniarekords in 29:32,53 Minuten mit Silber begnügen. Eingangs der letzten Runde konnte sich die Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba noch von Nawowuna absetzen und damit nach ihrer Mutterschaftspause noch Bronze sichern. Die eigentliche Tempomacherin Nawowuna, der alle anderen eigentlich ihre schnellen Zeiten verdanken müssten, wurde für ihren Mut mit Platz vier nicht belohnt. Die US-Amerikanerin Molly Huddle überraschte als beste Weiße in 30:13:17 Minuten als Sechste und neuem Amerika Rekord.  Die frisch gekrönte Olympiasiegerin führte bei der Pressekonferenz ihre überragende Leistung auf hartes Training und Gottvertrauen zurück. "My Doping is my training." So einfach geht das also. Deutsche Teilnehmerinnen gab es leider keine.


Ergebnisse:

1Almaz AYANA ETH29:17.45WR
2Vivian Jepkemoi CHERUIYOT KEN29:32.53NR
3Tirunesh DIBABA ETH29:42.56PB
4Alice Aprot NAWOWUNA KEN29:53.51PB
5Betsy SAINA KEN30:07.78PB
6Molly HUDDLE USA30:13.17AR
7Yasemin CAN TUR30:26.41PB
8Gelete BURKA ETH30:26.66PB
9Karoline Bjerkeli GRØVDAL NOR31:14.07PB
10Eloise WELLINGS AUS31:14.94PB
11Emily INFELD USA31:26.94PB
12Sarah LAHTI SWE31:28.43NR
13Diane NUKURI BDI31:28.69NR
14Susan KUIJKEN NED31:32.43
15Joanne PAVEY GBR31:33.44SB
16Jess ANDREWS GBR31:35.92PB
17Alexi PAPPAS GRE31:36.16NR
18Yuka TAKASHIMA JPN31:36.44
19Darya MASLOVA KGZ31:36.90NR
20Hanami SEKINE JPN31:44.44
21Dominique SCOTT RSA31:51.47PB
22Natasha WODAK CAN31:53.14SB
23Alia Saeed MOHAMMED UAE31:56.74
24Sitora HAMIDOVA UZB31:57.77NR
25Lanni MARCHANT CAN32:04.21SB
26Carla Salomé ROCHA POR32:06.05
27Salome NYIRARUKUNDO RWA32:07.80
28Jip VASTENBURG NED32:08.92
29Trihas GEBRE ESP32:09.67SB
30Veronica INGLESE ITA32:11.67
31Tatiele Roberta DE CARVALHO BRA32:38.21
32Brenda FLORES MEX32:39.08SB
33Marielle HALL USA32:39.32
34Beth POTTER GBR33:04.34
35Marisol ROMERO MEX35:33.03
Juliet CHEKWEL UGADNF
Ekaterina TUNGUSKOVA UZBDNF





Vivian Cheruiyot konnte Dibaba nicht aufhalten
Für Vivian Cheruiyot reichte es trotz Kenia-Rekord in 29:32,53min erneut nur für Olympia-Silber.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)



Zwischenzeiten:

1000m 03:01.53 NAWOWUNA
2000m 05:55.79 NAWOWUNA
3000m 08:52.70 NAWOWUNA 
4000m 11:49.79 NAWOWUNA 
5000m 14:46.81 NAWOWUNA 
6000m 17:36.74 AYANA
7000m 20:29.98 AYANA 
8000m 23:25.37 AYANA 
9000m 26:22.88 AYANA


Dopingverdächtiger Weltrekord?
Kommentar von Herbert Steffny

Waren die Leistungen der Chinesinnen von 1993 schon immer dopingverdächtig ("Schildkrötenblut"), so ruft diese olympische Leistungsexplosion in einem einzigen Rennen verständlicherweise die Kritiker auf den Plan. Ein paar Gedanken von mir dazu:

1.) Legt man die Marathonweltrekordzeit von Paula Radcliffe zu Grunde (2:15:25 Stunden) und dividiert diese durch die anerkannte 4,666er-Manfred-Steffny-Formel (siehe "Das große Laufbuch"), so kommt man auf eine zugehörige 10.000 Meterleistung von 29:01 Minuten, die bei Frauen also möglich wäre. Paula Radcliffe lief selbst übrigens "nur" 30:01,09 Minuten und schaffte damit wie auch immer den Weltrekord.

2.) Almaz Ayana erzielte in Rom im Juni 2016 eine Bestzeit und den Fast-Weltrekord über 5.000 Meter mit 14:12,59 Minuten. Diese Zeit gibt nach der oben zitierten Quelle eine mögliche 10.000 Meter Zeit von 29:24 Minuten (=5.000m * 2,07). Also nicht weit vom gerade erzielten Weltrekord. Das Rennen in Rom war aber von den Tempomacherinnen nicht sehr gut geführt. Somit war klar, dass Ayana potentiell noch mehr kann. Rechnet man nun die in Rio erzielten 29:17,45 Minuten auf 5.000 Meter um, so könnte Ayana bei ähnlich idealen Bedingungen und Rennverlauf vielleicht schon in Rio mit 14:09 Minuten einen neuen 5.000 Meter Weltrekord aufstellen.

3.) Nimmt man den durchschnittlichen geschlechtsspezifischen Abstand der Weltrekorde bei Laufleistungen von 10 Prozent (siehe dazu Statistik in "Das große Laufbuch") von Männern zu Frauen ins Kalkül, so müsste die vergleichbare Leistung bei den Frauen zur Männerleistung (Kenenisa Bekele 26:17:53 Minuten) bei den Frauen sogar bei 28:54 Minuten liegen.

4.) Allgemein hinken die 10.000 Meter Zeiten den Marathon- und Straßenlaufleistungen hinterher. Der 10.000 Meter Lauf ist nicht so lukrativ und wird besonders bei den Frauen viel seltener gelaufen. Heute waren die Besten bei besten Bedingungen zusammen und Nawowuna machte unfreiwillig einen exzellenten Hasenjob. Das mag nicht nur den Weltrekord, sondern auch die Breite der Bestleistungen erklären. Es kam einfach alles zusammen.

Ob Almaz Ayana, Paula Radcliffe und Kenenisa Bekele ihre Leistungen, aus denen ich diese Berechnungen ermittelt habe, sauber erbracht haben, steht natürlich der Spekulation offen. Vielleicht war aber die Verbesserung des 10.000m Weltrekords auf dieser seltener ernsthaft auf Zeit gelaufenen Strecke auch nur längst überfällig?
   
10.000m Männer - Mo Farah wiederholt Olympiasieg (13.8.2016)

35 Männer stellten sich dem Starter, darunter als klarer Favorit der Somalia-stämmige Brite Mo Farah Doppel-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter. Sein Herausforderer aus Kenia Geoffrey Kipsang Kamworer, zweifacher Halbmarathon Weltmeister und seine Landsleute warfen dem Briten im Vorfeld bereits lautstark den Fehdehandschuh hin. Wie wollte man (Kenia oder Äthiopien, vielleicht Galen Rupp USA) den spurtstarken Mo Farah schlagen, der seit 2011 über die 25 Runden Distanz unbesiegt ist, und alle Titel bei Europa-, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewann? 


Kommentar - Wie schlägt man den Unschlagbaren?

Wie es hätte kommen können...


Aus meiner Sicht ist die einzig mögliche Taktik zum Erfolg den Meister zu verwirren. Das setzt voraus, dass Kenia oder Äthiopien als Team läuft und einige auf ihre eigene Chance verzichten müssten. Ähnlich wie beim Rennradsport schickt man einen Teamkollegen vor, die Karte sticht oder man lässt sich gegebenfalls von Mo Farah im Windschatten (relevant bei ca.22km/h) energiesparend in der Verfolgung mit nach vorne ziehen.

Vorgemacht hat das 1993 Ismael Kirui gegen den ebenso "unschlagbaren" Haile Gebrselassie in Stuttgart bei der WM über 5.000m (sehenswertes Video in guter Qualität!). Harte Zwischenspurts in Weltrekordtempo von den kenianischen "Opferläufern" Chesire (1.000m in 2:31!) und danach ab 2.000m Kirui in der Soloflucht irritierten Haile und den Olympiasieger 1992 Khalid Skah aus Marokko damals und sie ließen letztlich Kirui, den sie nicht für den besten Kenia-Läufer hielten ziehen. Zu weit war Ismael Kirui dann aber schon entwischt, als Haile die Taktik durchschaute und seinen gefürchteten Spurt in der letzten Runde anzog. Zu spät, ihm fehlten am Schluß nur rund zwei Meter!

Eines der spannendsten Bahnrennen, das ich jemals gesehen habe. Ich war selbst im Stadion, die Zuschauer im Neckarstadion hielt es vor Begeistung nicht mehr auf den Sitzen! Man einigte sich damals im Team Kenia 
vor dem Rennen auf diese Vorgehensweise. Nur intern war nämlich bekannt, dass Ismael Kirui und nicht der Olympiazweite Paul Bitok der stärkste Läufer war, bei dem Haile und Khalid Skah damals aber konsequent blieben. Leider erinnert man sich in Kenia nicht mehr an diese taktische Meisterleistung....

Mein Tipp: Hallo Kenia, Äthiopien! Mo Farah ist beim 5.000 Meter Finale am Samstag sicher schon angeschlagen. Warum also nicht mal was riskieren?


Die Realität - wie es dann doch kam...

Was tat Kenia und Co. nun gegen Mo Farah? Hatte man eine andere Taktik, als wie das Kaninchen auf die Schlange zu schauen und es wieder vergeblich im Spurt zu versuchen? Geanau so - die Konkurrenz versuchte alles, um mit klassischen Mitteln, die in der Vergangenheit schon versagt hatten, die harte Nuss zu knacken. Das geht so: Erst wird mal losgebummelt. 2:55 min der erste Kilometer, dann wird´s schneller und dann verliert irgendeiner im Spurt.... Nun das Ganze etwas genauer: bis 3.000 Meter tat sich nicht viel. Farah bummelte am Ende des Feldes, dessen Führungsarbeit ständig wechselte. Die Äthiopier Tamirat Tola und Yigrem Demelash machten dann gemeinsame Sache und forcierten das Tempo auf 2:41 min/km. Die beiden Kenianer Geoffrey Kamworor und Paul Tanui folgten dem Duo. Farah rückte sicherheitshalber etwas auf. Dann eine Schrecksekunde: Sturz von Mo Farah nach einer Hakelei mit Trainingspartner Galen Rupp USA  bei 3.500 Metern. Doch der Titelverteidiger rappelte sich schnellstens wieder auf und signalisierte Rupp mit "Daumen hoch": Alles in Ordnung. Das schüttet nochmal Adrenalin aus! 5.000 Meter wurden in 13:53 Minuten durchlaufen.


Afrikaner scheitern Farah die Spurtkraft zu nehmen

Ab 6.000 Meter übernahm das Kenia Trio die Führungsarbeit. Doch dann fiel Mit-Favorit Geoffrey Kamworer überraschend zurück. Das Tempo blieb gleichbleibend hoch, aber nicht hoch genug, um Mo Farah die Spurtkraft zu nehmen. In gewohnter Manier tauchte er zum letzten Kilometer an der Spitze auf und signalisierte: Ich in noch da und zum Spurt bereit! Er trat auch selbst in der vorletzten Runde als erster an, nur Tanui versuchte ernsthaft gegenzuhalten. Eingangs der letzten Runde konnte nur noch ein Quintett bestehend aus Farah, Tanui, Tola, Demelash und Rupp um die Medaillen laufen. Eingangs der Gegengeraden versuchte es Tanui erneut und zog an Farah vorbei. Die Sprintschlacht war eröffnet, die anderen fielen leicht zurück. Tanui lieferte erbitterten Widerstand als Mo Farah wie von der Konkurrenz befürchtet mit aufgerissenen Augen auf der Zielgeraden den Overdrive zuschaltete und in 27:05,17 Minuten seinen Olympiasieg wiederholen konnte.


Farah in der "Hall of Fame" des 10.000 Meter Laufs

Damit lief er sich in die Hall of Fame des 10.000 Meterlaufs und reiht sich ein in die illustre Liste mit
Paavo Nurmi (FIN, 1920, 1928), Emil Zátopek (TCH, 1948, 1952), Lasse Viren (FIN, 1972, 1976), Haile Gebrselassie (ETH, 1996, 2000) und Kenenisa Bekele (ETH, 2004, 2008.). Die letzte Runde lief der Brite in 55 Sekunden, die letzten 1.000 Meter in 2:36 Minuten, die zweite Hälfte in 13:11 Minuten. Dem tapferen Paul Tanui blieb nur knapp geschlagen Silber in 27:05,64 und Tamirat Tola erlief Bronze in 27:06,26 Minuten. Galen Rupp, der  Silbermedaillengewinner von London 2012 wurde als bester Weißer in 27:27:08,92 Fünfter. Geoffrey Kamworer, der sich in den kenianischen Medien am weitesten rausgelehnt hatte, spielte keinen entscheidende Rolle und kam abgeschlagen als Elfter ein. Noch vor ihm landete als Achter der 35-jährige Halbmarathon Weltrekordler (58:23 Minuten) Zersenay Tadese aus Eritrea, dessen letzter großer Erfolg allerdings auf 2009 zurückdatiert. Deutsche waren nicht am Start.

Exklusiver Bericht zu Mo Farahs Höhentraining in Kenia


Ergebnisse:

1 Mohamed Farah GBR 27:05.17
2 Paul Kipngetich Tanui KEN 27:05.64 SB
3 Tamirat Tola ETH 27:06.26
4 Yigrem Demelash ETH 27:06.27
5 Galen Rupp USA 27:08.92 SB
6 Joshua Kiprui Cheptegei UGA 27:10.06 PB
7 Bedan Karoki Muchiri KEN 27:22.93
8 Zersenay Tadese ERI 27:23.86
9 Nguse Amlosom ERI 27:30.79 SB
10 Abraham Naibei Cheroben BRN 27:31.86 PB
11 Geoffrey Kipsang Kamworor KEN 27:31.94
12 Zane Robertson NZL 27:33.67 NR
13 Polat Kemboi Arikan TUR 27:35.50 PB
14 Leonard Essau Korir USA 27:35.65 SB
15 Abadi Hadis ETH 27:36.34
16 David McNeill AUS 27:51.71
17 Suguru Osako JPN 27:51.94
18 Stephen Mokoka RSA 27:54.57
19 Shadrack Kipchirchir USA 27:58.32 SB
20 Bashir Abdi BEL 28:01.49
21 Luis Ostos PER 28:02.03
22 Moses Martin Kurong UGA 28:03.38
23 Timothy Toroitich UGA 28:04.84 SB
24 Goitom Kifle ERI 28:15.99
25 Andrew Vernon GBR 28:19.36 SB
26 El Hassan Elabbassi BRN 28:20.17
27 Olivier Irabaruta BDI 28:32.75
28 Ben St Lawrence AUS 28:46.32
29 Yuta Shitara JPN 28:55.23
30 Kota Murayama JPN 29:02.51
31 Ross Millington GBR 29:14.95
32 Mohammed Ahmed CAN 29:32.84
Hassan Chani BRN DNF
Ali Kaya TUR DNF

Zwischenzeiten

1000m 2:55.20  Luis OSTOS PER
2000m 5:44.49  Olivier IRABARUTA BDI
3000m 8:30.70  Tamirat TOLA ETH
4000m 11:12.29  Yigrem DEMELASH ETH
5000m 13:53.11  Tamirat TOLA ETH
6000m 16:37.20  Paul K. TANUI KEN
7000m 19:19.07  Bedan K. MUCHIRI KEN
8000m 22:00.83  Yigrem DEMELASH ETH
9000m 24:36.95  Mohamed FARAH GBR


Mo Farah
Der Britte Mo Farah war wieder nicht zu schlagen und wiederholte seinen Olympiasieg von 2012.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)





Geoffrey Kipsang Kamworer
Enttäuschend war die Vorstellung auf Platz 11 des Straßenlaufspezialisten Geoffrey Kamworer aus Kenia, der im Vorfeld Mo Farah frühzeitig den Fehdehandschuh hinwarf..
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)


Marathon Frauen - Erstmals Gold für Kenia! (14.8.2016)

Im zähen Ringen eines Führungstrios holte die Kenianerin Jemima Sumgong in der 32-jährigen Geschichte erstmals Marathon Olympia Gold bei den Frauen für Kenia. Anja Scherl beste Deutsche, die Hahner Zwillinge dagegen enttäuschten.

154 Frauen waren gemeldet, die Titelverteidigerin Tiki Gelana fehlte, aber als Novum starteten die blonden  Drillinge Leila, Liina und Lily
Luik aus Estland, die mit ihren medialen Kampagne "Trio für Rio" den Hahner Zwillingen Anna und Lisa aus Deutschland ein wenig die Show stahlen. Zudem lief leistungsmäßig deutlich weiter vorne (Platz 10 und 11) noch das nordkoreanische Zwillingspaar Hye-Song und Hye-Gyong Kim mit. Eine große Gruppe blieb nach dem Start um 9.30 Ortszeit auf dem Drei-Runden-Kurs um die Guanabara Bay mit Ziel im legendären Sambodrom zunächst zusammen. Die ersten fünf Kilometer wurden in 17:23 Minuten passiert, danach riss das Feld nach einer Tempoverschärfung (Fünf-Kilometer-Abschnitt in 16:59 Minuten) auseinander und  eine von Afrikanerinnen geprägte Gruppe setzten sich ab.


Wie erwartet - warmes Sonnenwetter

Die Deutschen Anja Scherl, Anna und Lisa Hahner lagen mit 43, 50 Sekunden bzw. 1:12 Minuten bereits weit zurück auf Platz 85 bis 98. Die Spitze war bei zu warmem, sonnigem Wetter und Temperaturen von 22 bis 26 Grad, 65-70% Luftfeuchte und nur sehr mäßigem Zuschauerzuspruch in Richtung 2:26 unterwegs, Scherl zunächst auf 2:32er Kurs.  Nur noch ein gutes Dutzend Läuferinnen durchlief die 10 Kilometer Marke in 34:22 Minuten, angeführt von der Kenianerin Viseline Jepkesko. Alle Äthiopierinnen, Kenianerinnen und erstaunlicherweise auch alle US-Amerikanerinnen waren noch darunter. Das Tempo führte nun in Richtung 2:25 Stunden. Anja Scherl hielt mittlerweile auf Platz 77 liegend ihren Kurs in Richtung 2:32 Stunden bei.

Bei 15 Kilometern (51:43 min, 17:21er Abschnitt) wuchs die Gruppe wieder auf 16 Läuferinnen an, weil das Tempo leicht nachließ. Viseline Jepkesko zog danach wieder leicht an und das Feld reduzierte sich wieder auf 11 Läuferinnen. Auffallend: die Afrikanerinnen rannten im Pulk mitten auf der Straße, die US-Amerikanerinnen folgten konzentrierter und taktisch geschickter eher der roten vermessenen idealen Linie. Weiter hinten hielt Anja Scherl ihren Platz, während die Hahner-Zwillinge um Platz 100 nun zueinander fanden. Halbmarathon wurde in 1:12:56 Stunden durchlaufen. Nur noch die Kenianerinnen und die US-Amerikanerinnen waren zu dritt. Die Deutschen hatten bei der Hälfte: Scherl 1:17:06 (Platz 65), Lisa Hahner 1:19:57 (Platz 95) und Anna Hahner noch weiter abgeschlagen in 1:20:28 Stunden auf Platz 106.


Konservatives Anlaufen - schnellere zweite Hälfte

Bei 25 Kilometern (1:26:07 Stunden) lagen in der Spitze noch neun Läuferinnen zusammen,
je zwei Kenianerinnen, Äthiopierinnen, Bahrainis (Ex-Kenianerinnen) und die beiden US-Amerikanerinnen Amy Cragg und Shalane Flanagan, als Einzelläuferin lediglich die Weißrussin und  frühere Wettkampfgeherin Volha Mazuronak, eine 2:23:54 Stundenläuferin (Vierte London 2016), die zeitweilig sogar das Tempo machte und als Anmerkung von der es Dopings Ex-Spitzenläuferin Lilija Shobukhova trainiert wird (Frage: wieso sucht man sich so eine Trainerin?). Die Führungsgruppe dünnte aus. Die vorher so aktive Kenianerin Jepkesko war zurückgefallen und Landsfrau Helah Kiprop strich nun auch die Segel. Bei 30 Kilometern (1:43:21 Stunden) lagen bei unverändertem Tempo nur noch sieben Läuferinnen in Front. Auch die Amerikanerin Amy Cragg konnten nicht mehr mithalten. Bei 33 Kilometern machte plötzlich die kleine Bahrainerin Rose Chelimo und Volha Mazuronak die Führungsarbeit. In der Folge bekam Flanagan leichte Probleme. Auch bei 35 Kilometern (2:00:31 Stunden) änderte sich am Tempo nichts Entscheidendes, sieben Läuferinnen lagen weiter auf 2:25er Kurs. Es musste auf ein schnelles Finale hinaus laufen.


Sumgong mit starkem Finale

Der erste Angriff erfolgte durch die Bahrainerin Eunice Kirwa, der die Spitze auf ein Trio reduzierte. 2015 wurde sie in Peking bereits WM Dritte. Die stark wirkende Weltmeisterin Mare Dibaba klebte wie eine Klette an Kirwa, während sich die Kenianerin Jemima Sumgong erst herankämpfen musste. Bei 38 Kilometern musste überraschend Dibaba abreißen lassen, eine Folge des schnellsten Fünf-Kilometer Abschnitts des Rennens (16:31 Minuten) von 35 auf 40 Kilometer. Die Podiumsplätze waren vergeben, nur wer holt Gold? Eine Kenianerin auf jeden Fall nur für welche Nation? Kirwa drehte sich immer wieder um, was als ein Anzeichen von Schwäche gedeutet werden kann. Wer würde als Erste ins Ziel im Sambodrom einlaufen? Bei 40,5 Kilometern zog die London Marathon Siegerin Sumgong entscheidend an und konnte sich langsam aber sicher von Kirwa absetzen. Im Ziel hatte die erste kenianische Olympiasiegerin dann neun Sekunden Vorsprung vor Eunice Kirwa und 26 Sekunden vor der Bronzemedaillengewinnerin Mare Dibaba.
Endlich Gold für Sumgong nach dem undankbaren vierten Platz bei der WM 2015. Der letzte 2,195 Kilometer Abschnitt war einer der schnellsten in der Geschichte des Frauenmarathons. 


Starke Amerikanerinnen - solide Anja Scherl

133 Läuferinnen beendeten das Rennen. Erstaunlich gut platzierten sich die US-Amerikanerinnen. Shalane Flanagan wurde Sechste vor Desiree Linden und auch Amy Cragg konnte
sich mit Platz neun auch noch in den Top Ten platzieren. Aus dem deutschsprachigen Raum lief als Beste die Schweizerin Maja Neuenschwander auf Platz 29 in 2:34:27 Stunden ein. Die Regensburgerin Anja Scherl hielt sich erwartungsgemäß als beste Deutsche auf Platz 44 in 2:37:23 Stunden noch recht  wacker. Sie machte zwar viele Plätze gut, musste aber auch auf der zweiten Hälfte bei steigenden Temperaturen im Tempo nachlassen. Auf Platz 64 kam die Österreicherin Andrea Mayr in 2:41:52 Stunden. Als zweitbeste "Deutsche" mit Startrecht für Palästina kam auf Platz 67 in 2:42:28 Stunden die für Fortuna Marzahn startende 24-jährige Berlinerin Mayada Al-Fayed ein. Damit lief sie nur 2:40 Minuten langsamer als ihre in Dubai im Januar aufgestellten Bestzeit.


Kommentar: Hahners sportlich flopp - medial hopp?

von Herbert Steffny

Die beiden Hahner-Zwillinge liefen deutlich abgeschlagen, aber wie immer "Smiley"-Händchen haltend auf Platz 81 und 82 gemeinsam in 2:45:32 Stunden über den Zielstrich. Sie feierten ihr solidarisches Olympia-Durchhalten mit 18, 19 Minuten über der Bestleistung dann wieder als Erfolg... nun ja. Danach gab es rasch einen vorbereiteten Fototermin mit den Luik Drillingen. Warum eigentlich nicht mit den auf Platz 10 und 11 einlaufenden Kim-Zwillingen aus Nordkorea? Gegen die haben die Hahners nämlich das Zwillingsduell haushoch verloren. Sie waren übrigens auch noch nie die schnellsten Zwillinge der Welt, wie von ihnen oder ihrem Manager Thomas Dold marketingtechnisch wirksam aber falsch unter "Willkommen" auf dem Titel ihrer Homepage (auch noch über eine Woche nach dem Olympia Marathon am 22.8.2016: "...Wir sind die weltweit schnellsten Marathonzwillinge...") behauptet wird. Selbst die Kim-Zwillinge sind es schon seit über 10 Jahren nicht. Hier ein wenig Nachhilfe: die japanischen Zwillingsschwestern Hiromi (Berlin-Marathon 2004, 2:23:26) und Takami Ominami (Rotterdam-Marathon 2002, 2:23:43) sind den Hahners und Kims da schon mehr als eine Elle voraus.

Als Trainer und ehemalige Spitzenläufer möchte ich dazu anmerken: Nichts gegen Geld verdienen und auch Show, aber die sportliche Leistung muss stimmen! Man hatte nicht den Einduck, dass beide das Letzte bei Olympia gegeben haben. Der Testmarathon im Vorjahr in Rio trug offensichtlich auch keine Früchte. In diesem Jahr konnten beide eigentlich kaum sportlich, sondern nur durch überzogenen medialen Werberummel auffallen. Die Leistung läuft (als Folge) dann leider hinterher. Aber vielleicht gibt es noch einen lukrativen Start bei einem Herbstmarathon? Olympia ist für beide (und ihren Manager Thomas Dold) scheinbar nur eine mediale Bühne, um sich pausenlos zu inszenieren. Andere nutzten die Chance das sportlich zu tun. Da ist mir die unauffälligere Anja Scherl als voll Berufstätige, die die Leistung dennoch liefert, der sympathischere Gegenentwurf zum "Run to Sky Rummel".





Ergebnisse:

1 Jemima Jelagat Sumgong  KEN
(am 7.4.2017 teilte die IAAF mit, dass Sumgong bei einer Trainingskontrolle positiv auf EPO getestet wurde)
2:24:04
2 Eunice Jepkirui Kirwa  BRN 2:24:13
3 Mare Dibaba  ETH 2:24:30
4 Tirfi Tsegaye  ETH 2:24:47
5 Volha Mazuronak  BLR 2:24:48
6 Shalane Flanagan  USA 2:25:26 SB
7 Desireé Linden  USA 2:26:08 SB
8 Rose Chelimo  BRN 2:27:36
9 Amy Cragg  USA 2:28:25
10 Hye-Song Kim  PRK 2:28:36 SB
11 Hye-Gyong Kim PRK 2:28:36
12 Jelena Prokopcuka  LAT 2:29:32
13 Valeria Straneo  ITA 2:29:44 SB
14 Kayoko Fukushi  JPN 2:29:53
15 Gladys Tejeda  PER 2:29:55 SB
16 Ana Dulce Félix  POR 2:30:39
17 Diana Lobacevske  LTU 2:30:48
18 Milly Clark  AUS 2:30:53
19 Tomomi Tanaka  JPN 2:31:12
20 Fionnuala McCormack  IRL 2:31:22 PB
21 Iwona Lewandowska  POL 2:31:41
22 Jessica Trengove  AUS 2:31:44
23 Monika Stefanowicz  POL 2:32:49
24 Lanni Marchant  CAN 2:33:08
25 Catherine Bertone  ITA 2:33:29
26 Eva Vrabcová Nývltová  CZE 2:33:51
27 Lilia Fisikowici  MDA 2:34:05 PB
28 Alyson Dixon  GBR 2:34:11
29 Maja Neuenschwander  SUI 2:34:27
30 Sonia Samuels  GBR 2:34:36
31 Lisa Jane Weightman  AUS 2:34:41
32 Madaí Pérez  MEX 2:34:42
33 Olha Kotovska  UKR 2:34:57 SB
34 Azucena Díaz  ESP 2:35:02
35 Krista Duchene  CAN 2:35:29
36 Jovana de la Cruz  PER 2:35:49
37 Rasa Drazdauskaité  LTU 2:35:50
38 Vaida Žusinaite  LTU 2:35:53
39 Kit-Ching Yiu  HKG 2:36:11 NR
40 Jessica Draskau-Petersson  DEN 2:36:14
41 Beata Naigambo  NAM 2:36:32
42 Seul-ki Ahn  KOR 2:36:50
43 Angie Orjuela  COL 2:37:05
44 Anja Scherl  GER 2:37:23
45 Maryna Damantsevich BLR 2:37:34
46 Mai Ito  JPN 2:37:37
47 Veerle Dejaeghere  BEL 2:37:39
48 Margarita Hernández  MEX 2:38:15
49 Kum-Ok Kim  PRK 2:38:24
50 Kenza Dahmani Tifahi  ALG 2:38:37
51 Anne-Mari Hyryläinen  FIN 2:39:02
52 Zsófia Erdélyi  HUN 2:39:04
53 Chao Yue  CHN 2:39:09
54 Sitora Hamidova  UZB 2:39:45 PB
55 Anne Holm Baumeister  DEN 2:39:49
56 Helalia Johannes  NAM 2:39:55
57 Lizzie Lee  IRL 2:39:57
58 Esma Aydemir  TUR 2:39:59
59 Iuliia Andreeva  KGZ 2:40:34
60 Andrea Deelstra  NED 2:40:49
61 Ilona Marhele  LAT 2:41:02
62 Viktoriia Poliudina  KGZ 2:41:37
63 Dina Lebo Phalula RSA 2:41:46
64 Andrea Mayr  AUT 2:41:52
65 Krisztina Papp  HUN 2:42:03
66 Svitlana Stanko-Klymenko  UKR 2:42:26
67 Mayada Sayyad  PLE 2:42:28
68 Nyakisi Adero  UGA 2:42:39 SB
69 Adriana Aparecida da Silva  BRA 2:43:22
70 Kyunghee Lim  KOR 2:43:31
71 Beverly Ramos  PUR 2:43:52
72 Munkhzaya Bayartsogt  MGL 2:43:55
73 Erika Abril  COL 2:44:05
74 Manuela Soccol  BEL 2:44:18
75 Alina Armas  NAM 2:44:20
76 Breege Connolly  IRL 2:44:41
77 Marina Hmelevskaya  UZB 2:45:06
78 Marily dos Santos  BRA 2:45:08
79 Shaoqing Hua  CHN 2:45:09
80 Nebiat Habtemariam  ERI 2:45:21
81 Anna Hahner  GER 2:45:32
82 Lisa Hahner  GER 2:45:33
83 Tünde Szabó  HUN 2:45:37
84 Els Rens  BEL 2:45:52
85 Otgonbayar Luvsanlundeg  MGL 2:45:55
86 Visiline Jepkesho  KEN 2:46:05
87 Nataliya Lehonkova  UKR 2:46:08
88 Ouranía Reboúli  GRE 2:46:32
89 Jaisha Orchatteri  IND 2:47:19
90 Maor Tiyouri  ISR 2:47:27
91 Jane Vongvorachoti  THA 2:47:27
92 Rutendo Joan Nyahora ZIM 2:47:32
93 Yolymar Pineda  VEN 2:47:34
94 Mariya Korobitskaya  KGZ 2:47:53
95 Silvia Paredes  ECU 2:48:01
96 Christine Kalmer  RSA 2:48:24
97 Lily Luik  EST 2:48:29
98 Tereza Master  MAW 2:48:34 NR
99 María Elena Calle  ECU 2:48:39
100 Rosa Chacha  ECU 2:48:52
101 Paula-Claudia Todoran  ROU 2:48:54
102 Dailín Belmonte  CUB 2:48:58
103 Sofía Ríga  GRE 2:49:07
104 Matea Matosevic  CRO 2:50:00
105 Erika Olivera  CHI 2:50:29
106 Ariana Kira Hilborna  LAT 2:50:51
107 Katarina Bérešová  SVK 2:50:54
108 Militsa Mircheva  BUL 2:51:06
109 Chirine Njeim  LIB 2:51:08
110 Rosa Godoy  ARG 2:52:31
111 Sultan Haydar  TUR 2:53:57
112 Meryem Erdogan  TUR 2:54:04
113 Chien-Ho Hsieh  TPE 2:54:18
114 Leila Luik  EST 2:54:38
115 Carmen Patricia Martínez  PAR 2:56:43
116 Lucia Mwihaki Kimani  BIH 2:58:22
117 Rosemary Quispe  BOL 2:58:32
118 Panayióta Vlaháki  GRE 2:59:12
119 Marija Vrajic  CRO 2:59:24
120 Kavita Tungar  IND 2:59:29
121 Sara Ramadhani  TAN 3:00:03
122 Irina Smolnikova  KAZ 3:00:31
123 Natalia Romero  CHI 3:01:29
124 Mary Joy Tabal  PHI 3:02:27
125 Viviana Chávez  ARG 3:03:23
126 Claudette Mukasakindi  RWA 3:05:57
127 Yu-Hsuan Chen  TPE 3:09:13
128 Graciete Santana  BRA 3:09:15
129 Niluka Rajasekara  SRI 3:11:05
130 Natthaya Thanaronnawat  THA 3:11:31
131 Jie Shi Neo  SIN 3:15:18
132 Sarah Attar  KSA 3:16:11
133 Nary Ly  CAM 3:20:20
Alessandra Aguilar  ESP DNF
Kellys Arias  COL DNF
Shitaye Eshete  BRN DNF
Jessica Augusto POR DNF
Koutar Boulaid  MAR DNF
Christelle Daunay  FRA DNF
Daneja Grandovec  SLO DNF
Inés Melchor  PER DNF
Lornah Chemtai Korlima  ISR DNF
Nastassia Ivanova  BLR DNF
María Peralta  ARG DNF
Estela Navascués  ESP DNF
Helah Jelagat Kiprop  KEN DNF
Katarzyna Kowalska  POL DNF
Sladana Perunovic  MNE DNF
Sara Moreira  POR DNF
Souad Aït Salem  ALG DNF
Gulzhanat Zhanatbek  KAZ DNF
Olivera Jevtic  SRB DNF
Daniela Cârlan  ROU DNF
Tigist Tufa  ETH DNF
Anna Incerti  ITA DNF
Liina Luik  EST DNF
Irvette van Zyl  RSA DNS


Zwischenzeiten der Spitze:

Zw. Zeit 5k-Split proj. Endzeit
5km 00:17:23 00:17:23 02:26:42
10km 00:34:22 00:16:59 02:25:01
15km  00:51:43 00:17:21 02:25:29
20km 01:09:07 00:17:24 02:25:49
HM 01:12:57 02:25:54
25km 01:26:07 00:17:00 02:25:21
30km 01:43:21 00:17:14 02:25:22
35km 02:00:31 00:17:10 02:25:17
40km 02:17:02 00:16:31 02:24:33

Zwischenzeiten Anja Scherl:

Zw. Zeit5k-Splitproj. Endzeit
5km 00:18:06 00:18:06 02:32:45
10km 00:36:11 00:18:05 02:32:41
15km  00:54:52 00:18:41 02:34:20
20km 01:13:02 00:18:10 02:34:05
HM 01:17:06 02:34:11
25km 01:31:27 00:18:25 02:34:21
30km 01:49:41 00:18:14 02:34:16
35km 02:09:18 00:19:37 02:35:53
40km 02:29:13 00:19:55 02:37:24

Jemima Sumgong
Jemima Sumgong bescherte Kenia den ersten Olympiasieg bei den Frauen über die Marathondistanz.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)






Shalane Flanagan
Die US-Amerikanerinnen überzeugten, allen voran Shalane Flanagan auf Platz sechs.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)




Maja Neuenschwander
Die Schweizerin Maja Neuenschwander lief in 2:34:27 Stunden auf Platz 29 ein..
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)






Anja Scherl
Anja Scherl lief angesichts der Bedingungen und ihrer relativ geringen internationalen Erfahrung als beste Deutsche auf Platz 44 noch ein solides Rennen. Die Hahner-Zwillinge konnten dagegen nicht überzeugen
(Foto, Copyright: Manfred Steffny)




Mayada Al-Fayed
Starke Leistung - Trotz der widrigen Bedingungen blieb Mayada Al-Fayed auf Platz 67 in 2:42:28 Stunden nur 2:40 Minuten über ihrer Bestzeit. Die Berlinerin im Trikot des VFL Marzahn übt international ihr Startrecht für Palästina aus.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)

3.000m H FrauenJebet verpasst Weltrekord (15.8.2016)

18 Starterinnen qualifizierten sich für das Finale, statt ursprünglich 15. Drei durch Stürze behinderte Athletinnen wurden vom Wettkampfkomitee aufgestockt. Am Start auch als deutsche Hoffnung die Frankfurterin Gesa Felicitas Krause, die im Vorlauf fast Bestzeit erzielte, um in die nächste Runde zu kommen. Als "Cover-Girl" der deutschen Leichtathletik fiel sie im Gegensatz zu den Hahner-Twins in der Vergangenheit allerdings mehr durch Leistung als durch Medienrummel auf. Die WM-Dritte 2015 holte im Juli bei der EM in Amsterdam die Goldmedaille. Mit ihrer dabei erzielten Bestzeit von 9:18,85 Minuten war sie nach den Bestzeiten sortiert in Rio nur die Neunt-Schnellste im Finale. Zutrauen konnte man der 24-jährigen Sportsoldatin aber mehr. Aus der Schweiz qualifizierte sich Fabienne Schlumpf mit einem neuen nationalen Rekord. Auf dem Papier war die schnellsten Läuferinnen die Kenianerin Hyvin Kyeng Jepkemoi und die Bahrainerin Ruth Jebet.

Das Rennen begann zunächst nicht sehr schnell. Jebet, Jepkoech und Coburn liefen an der Spitze. Nach zwei Runden zog die Juniorenweltmeisterin von 2014
Ruth Jebet das Tempo an, 3:05 Minuten für den ersten Kilometer.  Die Bahrainerin stürmte fast locker davon, das Feld flog auseinander. Die beiden Kenianerinnen Beatrice Jepkemoi und Hyvin Jepkoech Jepkemoi folgten mit Abstand. Krause lag etwa an siebter Position. Es ging nur noch um die Plätze. Jebet hatte bei 2.000 Metern (6:00 min!) bereits 40 Meter Vorsprung. Ein Weltrekord schien in Reichweite. Die beiden Kenianerinnen schienen die weiteren Medaillen schon sicher zu haben, als die US-Amerikanerin Emma Coburn sich von hinten wieder heran schob. Krause führte weiter hinten nun eine Verfolgergruppe an. Jebet lief einsam an der Spitze eine vorgezogene Ehrenrunde verpasste mit 8:59,75 Minuten aber bereits im Ziel austrudelnd nur hauchdünn den Weltrekord. Die Kenianerin Hyvin Jepkemoi konnte ihren zweiten Platz verteidigen und Emma Coburn sicherte sich in Amerika-Rekord 8:07:63 Minuten knapp dahinter noch Bronze. Gesa Krause lief in dem lang gezogenen Feld als beste Europäerin noch auf einen hervorragenden sechsten Platz und verbesserte mit 8:18:41 Minuten sogar noch den deutschen Rekord. Eine gute Leistung angesichts der Strapazen des Vorlaufs.

Ergebnisse:

1 Ruth Jebet  BRN 8:59.75 AR
2 Hyvin Kiyeng Jepkemoi  KEN 9:07.12
3 Emma Coburn  USA 9:07.63 AR
4 Beatrice Chepkoech  KEN 9:16.05 PB
5 Sofia Assefa  ETH 9:17.15 SB
6 Gesa Felicitas Krause  GER 9:18.41 NR
7 Madeline Heiner Hills  AUS 9:20.38 PB
8 Colleen Quigley  USA 9:21.10 PB
9 Genevieve LaCaze  AUS 9:21.21 PB
10 Lalita Shivaji Babar  IND 9:22.74
11 Courtney Frerichs  USA 9:22.87
12 Habiba Ghribi  TUN 9:28.75
13 Lydia Chebet Rotich  KEN 9:29.90
14 Aisha Praught  JAM 9:34.20
15 Etenesh Diro  ETH 9:38.77
16 Geneviève Lalonde  CAN 9:41.88
17 Sara Louise Treacy  IRL 9:52.70
18 Fabienne Schlumpf SUI 9:59.30



Gesa Felicitas Krause
Gesa Felicitas Krause lief auf einen guten sechsten Platz und lief einen neuen deutschen Rekord.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)




800m Männer - Rudisha verteidigt Titel (15.8.2016)

Der Kenianer David Rudisha konnte seinen Olympischen Titel eindrucksvoll verteidigen. 2012 siegte er in London in der Weltrekordzeit 1:40,91 Minuten. Nach einer schnellen ersten Runde . die sein Landsmann Alfred Kipketer in 49,23 Sekunden anführte übernahm der 27-Jährige 300 Meter vor dem Ziel die Führung und lief unangefochten einem souveränen Sieg entgegen. In 1:42,15 Minuten stellte er eine Weltjahresbestzeit auf. Der von Verletzungen geplagte Doppel-Weltmeister kam noch rechtzeitig für Rio in Form. In einem neuen nationalen Rekord 1:42,61 Minuten sicherte sich dahinter der Algerier Taoufik Makhloufi die Silbermedaille vor dem US-Amerikaner Clayton Murphy, der in persönlicher Bestzeit auf den letzten Metern noch den Franzosen Pierre-Ambroise Bosse abfangen konnte. Deutsche waren nicht am Start.

Ergebnisse:

1 David Lekuta Rudisha KEN 1:42.15 SB
2 Taoufik Makhloufi ALG 1:42.61 NR
3 Clayton Murphy USA 1:42.93 PB
4 Pierre-Ambroise Bosse FRA 1:43.41 SB
5 Ferguson Cheruiyot Rotich KEN 1:43.55 SB
6 Marcin Lewandowski POL 1:44.20 SB
7 Alfred Kipketer KEN 1:46.02
8 Boris Berian USA 1:46.15



David Rudisha
David Rudsiha aus Kenia verteidigte souverän Olympiagold über 800m.
(Foto, Copyright: Horst Steffny)

1.500m Frauen Kipyegon siegt überlegen (17.8.2016)

Die äthiopische 1.500 Meter Weltrekordlerin (3:50,07 Minuten) Genzebe Dibaba hatte im Spurt nicht die Spur einer Chance gegen die Weltjahresbeste (3:56,41 Minuten, Eugene 28.5.2016) Faith Chepngetich Kipyegon aus Kenia. In einem klassischen langsam beginnenden Meisterschaftsrennen siegte die 22-jährige Läuferin in einem lang gezogenen Spurt (letzte Runde unter 59 Sekunden!) überlegen in 4:08,92 Minuten. Genzebe Dibaba, deren Trainer Jama Aden in einen Dopingskandal verwickelt ist, dessen Verfahren noch schwebt, blieb mit 4:10,27 Minuten nur noch Silber. Die Form vom Vorjahr mit Weltmeistertitel und Weltrekord hat sie offenbar nicht mehr. Dahinter schnappte sich die US-Amerikanerin Jenny Simpson in 4:10,53 Minuten noch mit einem starken Endspurt die Bronzemedaille vor Landsfrau Shannon Rowbury. Die deutsche Nachwuchshoffnung Konstanze Klosterhalfen schied wie Diana Sujew mit einer guten Leistung im Zwischenlauf aus. Immerhin konnte die erst 19-Jährige, die nur eine Sekunde über ihrer Bestleistung blieb, in Rio schon mal Erfahrung sammeln.

Ergebnisse:

1 Faith Chepngetich Kipyegon KEN 4:08.92
2 Genzebe Dibaba ETH 4:10.27
3 Jennifer Simpson USA 4:10.53
4 Shannon Rowbury USA 4:11.05
5 Sifan Hassan NED 4:11.23
6 Meraf Bahta SWE 4:12.59
7 Laura Muir GBR 4:12.88
8 Dawit Seyaum ETH 4:13.14
9 Besu Sado ETH 4:13.58
10 Sofia Ennaoui POL 4:14.72
11 Laura Weightman GBR 4:14.95
12 Rababe Arafi  MAR 4:15.16


Faith Chepngetich Kipyegon
Faith Chepngetich Kipyegon holte überlegen Gold über 1.500 Meter. Auf dem Foto siehte sie überlegen bei den kenianischen Crossmeisterschaften.
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)
3.000m Hindernis Männer - Kipruto für Kenia (17.8.2016)

Und sie haben gedacht Kenianer sind Marathonläufer? Nein, ja auch! Die wirkliche Paradedisziplin ist der 3.000m Hindernislauf! Weniger lukrativ als Marathon, aber die kenianischste Disziplin überhaupt. Seit 1968 (Amos Biwott) stellt die ostafrikanische Nation die Olympiasieger und seit 1984 in ununterbrocherener Reihenfolge. Wären die Kenianer 1976 und 1980 nicht vom Olympiaboykott betroffen gewesen, könnten es noch mehr Medaillen sein. Den 10x Olympia-Goldmedaillen über die Hindernisse steht nur ein einziger Titel über Marathon (Samuel Wanjiru, 2008 Peking) gegenüber. 

Titelverteidiger in Rio war der erfolgreichste Hindernisläufer aller Zeiten Ezekiel Kemboi (natürlich aus Kenia). Viermal Weltmeister, zweimal Olympiasieger und drei Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften so lautet die unglaubliche Erfolgsbilanz des heute 34-Jährigen vom Stamme der Marakwet. Würde es nochmals eine Medaille geben? Seit 2003 sammelt der ehemalige Diskjockey seine Medaillen. Den Sieg holte sich überlegen der 21-jährige Landsmann und Thronfolger Conseslus Kipruto. Doch zunächst zeigte sich der starke US-Amerikaner Evan Jager an vorderster Front und führte ab der zweiten Hälfte. Der dritte Kilometer wurde sehr schnell. Doch auf der letzten Runde zog Kipruto aus dem Führungstrio mit Kemboi und Jager überlegen auf und davon und vermasselte durch vorzeitigen Jubel vielleicht noch eine Zeit unter 8:00 Minuten. Mit 8:03,28 Minuten stellte er dennoch einen Olympischen Rekord auf. Jager holte sich verdient Silber und Kemboi erweiterte seine Medaillensammlung mit Olympia-Bronze*. Deutsche Starter gab es leider nicht. 

Aktualisierung - Rüpel Mekhissi läßt Kemboi disqualifizieren

Auf Grund eines französischen Protests zugunsten des Vierten Mahiedine
Mekhissi Benabbad wurde Ezekiel Kemboi wegen Verlassens der Bahn mit dem linken Fuß nach dem Wassergraben bei ca. 900 Metern disqualifiziert (IAAF Regel 163.3d):

Rio 2016 Ezekiel Kemboi disqualifiziert

Sicherlich ist das ein Regelverstoß. Eine Abkürzung bzw. Vorteil gab es aber nicht. Im selben Rennen wurde wegen des selben Regelverstosses übrigens auch der ursprünglich Achtplazierte Tunesier Amor Ben Yahia disqualifiziert. Ob Kemboi im Gerangel nach dem Wassergraben geschubst wurde, kann ich nicht beurteilen. Ob der Franzose Mahiedine Mekhissi Benabbad, der im Ziel über drei Sekunden hinter dem austrudelnden Kemboi einlief mit dieser Medaille glücklich ist? Wahrscheinlich schon, denn er ist als rücksichtsloser Rüpel bekannt (s.u.). Schon im Ziel signalisierte er mit drei Fingern, daß ihm Bronze zusteht und erklärte nach dem Rennen, daß er hinter Kemboi laufend gesehen habe wie der Kenianer die Kurve abgekürzt habe. "Eine Regel sei eine Regel." Ein Geschmäckle hat das schon, denn der Altmeister war ihm sportlich klar überlegen! 

Meine Meinung: ich gönne ihm die Medaille nicht! Ausgerechnet der gebürtige Algerier Mekhissi Benabbad legt Protest ein? Es war der, der bei den  Europameisterschaften 2014 in Zürich auf der Zielgerade provozierend sein Trikot strippte und mit nacktem Oberkörper als Erster ins Ziel lief. Für diese Nackjubel-Eskapade wurde er selbst wegen unsportlichen Verhaltens disqualifiziert. Der Titel wurde ihm aberkannt. Im Sommer 2016 holte er sich dann den europäischen 3.000m Hindernistitel in Amsterdam - mit Trikot. Mehrfach ist er in der Vergangenheit wegen Rüpeleien aufgefallen. So hat er zweimal bei Meisterschaften die Maskottchen umgeschubst und beim Diamond League Meeting in Monaco 2011 mit Landsmann Mehdi Baala eine Schlägerei angefangen, wofür er zusätzlich zu einer Sperre eine Geldstrafe von 1.500 Euro zahlen und 50 Stunden Sozialarbeit ableisten musste. Hier hat sich jemand die Mühe gemacht auf Youtube ein Charakterbild von diesem Zeitgenossen zu machen:

Mekhissi Benabbad
Youtube-Video des Rüpels Benabbad

Ezekiel Kemboi nun Bodyguard des Präsidenten?

Ezekiel Kemboi erklärte unabhängig von dem Vorfall nach dem Rennen das Ende seiner läuferischen Karriere.** Einer der größten Läufer aller Zeiten hätte allerdings einen besseren Abgang verdient. Nun will er sich erst mal zuhause ausruhen und... "Ich werde darüber nachdenken was zutun ist. "Vielleicht arbeite ich wieder als Farmer, und nicht vergessen - ich bin auch noch Polizist. Ich werde dem Präsidenten sagen, daß ich bereit bin wieder Vollzeit als Polizist und als sein Bodyguard zu arbeiten"  so Kemboi zu kenianischen Reportern.

“I am going to stay at home and try to figure out what to do. I might go into farming and remember, I am also a policeman. So I will be happy to go back to my station. “I tell the President that I am ready to go to work full time with him as his bodyguard. So he should expect me to be there full time.”
Read more at: http://www.standardmedia.co.ke/sports/article/2000212419/kemboi-hangs-spikes-great-ezekiel-now-wants-to-resume-presidential-escort-duties
“I am going to stay at home and try to figure out what to do. I might go into farming and remember, I am also a policeman. So I will be happy to go back to my station. “I tell the President that I am ready to go to work full time with him as his bodyguard. So he should expect me to be there full time.”
Read more at: http://www.standardmedia.co.ke/sports/article/2000212419/kemboi-hangs-spikes-great-ezekiel-now-wants-to-resume-presidential-escort-duties
** Den Rücktritt vom Rücktritt erklärte Kemboi kurz nach seiner Disqualifikation aus Verärgerung. Nun will er sich seine Medaille 2017 nicht am grünen Tisch, sondern sportlich von den (oder dem?) Franzosen wiederholen. Ich drücke ihm die Daumen.

Ergebnisse:

1 Conseslus Kipruto KEN 8:03.28 OR
2 Evan Jager USA 8:04.28 SB
Ezekiel Kemboi KEN 8:08.47 DQ
3 Mahiedine Mekhissi FRA 8:11.52 SB
4 Soufiane Elbakkali MAR 8:14.35 PB
5 Yoann Kowal FRA 8:16.75 SB
6 Brimin Kiprop Kipruto KEN 8:18.79 SB
7 Hillary Bor USA 8:22.74 PB
8 Donald Cabral USA 8:25.81
9 Altobeli da Silva BRA 8:26.30 PB
10 Matthew Hughes CAN 8:36.83
11 Yemane Haileselassie ERI 8:40.68
Amor Ben Yahia TUN DQ
Jacob Araptany UGA DNF
Hamid Ezzine MAR DNF


Ezekiel Kemboi - Doppelweltmeister und Doppel-Olympiasieger
Auch nach 14 Jahren noch fit auf den Punkt! Zum Karriereende nochmals Bronze. Altmeister Ezekiel Kemboi ist der erfolgreichste Hindernisläufer aller Zeiten: 4x WM-Gold, 2x Olympiasieger! Auf dem Bild Kemboi mit Herbert Steffny, der als Jugendlicher auch ein guter Hindernisläufer war ;-)) in Eldoret/Kenia
(Foto, Copyright: www.herbertsteffny.de)




Mekhissi Benabbad Nackubler von Zürich 2014
Ausgerechnet der Franzose Mahiedine Mekhisse Benabbad legt Protest gegen Ezekiel Kemboi ein. Der als Rüpel und "Nackjubler" (Foto, Zürich 2014) bekannte Europameister von 2016 ergatterte sich dadurch noch die Bronzemedaille.




Mekhissi Benabbad signalisiert ich bin Dritter
Kaum im Ziel abgschlagen als Vierter angekommen
signalisiert Mekhissi Benabbad in Richtung Kemboi mit erhobenen drei Fingern: "Ich bin Dritter!"
5.000m Frauen - Cheruiyot düpiert müde Ayana (19.8.2016)

Das 5.000 Meter Finale der Frauen lief bei warmen 24 Grad Celsius zunächst so wie man es erwartet hatte. Die Japanerin Miyuki Uehara hielt zunächst das Tempo hoch und setzte sich leicht mit der Favoritin und neuen 10.000 Meter Weltrekordlerin Almaz Ayana im Schlepptau von der Konkurrenz ab. Die ersten tausend Meter waren mit 3:00 Minuten aber nicht wirklich schnell. Auch bis 2.000 Meter (6:00min) zog das Tempo nicht an. Den entscheidenen Antritt machte die 10.000 Meter Olympiasiegerin zwischen dem zweiten und dritten Kilometer (2:47min) und erlief sich einen deutlichen Vorsprung. Nun dachte man der Käse sei gegessen. Doch dahinter rotteten sich die Kenianerinnen Vivian Cheruiyot, Hellen Obiri, Mercy Cherono und die türkische Exil-Kenianerin Yasemin Can zusammen. Bis zur 4.000 Meter Marke konnten die Verfolgergruppe den Abstand verkürzen, was den Kenianerinnen offenbar einen kräftigen Motivationsschub gab.

Die letzten 1.000 Meter zog Vivian Cheruiyot, die bereits die Silbermedaille über 10.000 Meter erlief, dann einen langen Endspurt in unwiderstehlichen 2:43,2 Minuten (letzte Runde in 65,8 Sekunden) und siegte überlegen in noch recht flotten 14:26,17 Minuten, was neuen olympischen Rekord bedeutet. Hellen Obiri holte sich genauso sicher und mit Hausrekord Silber in 14:29,77 Minuten und Almaz Ayana musste sich mit Bronze begnügen. Sicherlich fehlten ihr hinten heraus die Energiereserven. Sie lief den letzten Kilometer in 2:53,8 Minuten, was man nicht als Einbruch deuten kann, aber sie konnte auch nicht mehr zulegen. Sicherlich fehlt es ihr auch an taktischem Geschick in einem Turnier. Vergleicht man die Leistungen in der Qualifikation, so sieht man, dass sich die erfahrene Vivian Cheruiyot mit Platz drei in 15:17,74 Minuten begnügte, während Ayana vollkommen unsinnig als überlegen Siegerin des selben Vorlaufs in 15:04,35 Minuten Körner unnütz verpulverte. Ich frage mich allerdings warum Cheruiyot bei 2.000 Meter nicht mit Ayana mitzog oder dachte sie die Äthiopierin wäre ohnehin unschlagbar?

Vivian Cheruiyot erweiterte ihre umfangreiche Medaillensammlung (seit 1999!) nun um den ersten Olympiasieg. Damit erhält eine großartige Karriere ihre verdiente Krönung! Jetzt hat sie einen kompletten Olympia-Satz, denn zu der 10.000m Silbermedaille von Rio und 5.000m Silber von London hatte sie bereits eine Bronzemedaille über 10.000m ebenfalls in London geholt. Hinzu kommen
vier Weltmeistertitel über 5.000 und 10.000m und zwei Titel als Crosslaufweltmeisterin. Beste Nichtafrikanerin wurde die Norwegerin Karoline Bjerkeli Grøvdal, die mit 14:57:53 Minuten noch eine persönliche Bestzeit aufstellte. Deutsche Teilnehmerinnen waren leider nicht am Start.


Ergebnisse:

1 Vivian Jepkemoi Cheruiyot KEN 14:26.17 OR
2 Hellen Onsando Obiri KEN 14:29.77 PB
3 Almaz Ayana ETH 14:33.59
4 Mercy Cherono KEN 14:42.89
5 Senbere Teferi ETH 14:43.75
6 Yasemin Can TUR 14:56.96
7 Karoline Bjerkeli Grøvdal NOR 14:57.53 PB
8 Susan Kuijken NED 15:00.69 PB
9 Eloise Wellings AUS 15:01.59 SB
10 Madeline Heiner Hills AUS 15:04.05 PB
11 Shelby Houlihan USA 15:08.89
12 Genevieve LaCaze AUS 15:10.35 PB
13 Eilish McColgan GBR 15:12.09
14 Ababel Yeshaneh ETH 15:18.26
15 Miyuki Uehara JPN 15:34.97
16 Jennifer Wenth AUT 15:56.11
17 Nikki Hamblin NZL 16:14.24 SB
Abbey D'Agostino USA DNS


Almaz Ayana Rio 5000m Lauf
800 Meter vor dem Ziel hängen der Favoritin Almaz Ayana die Kenianerinnen Vivian Cheruiyot und Hellen Obiri bereits im Nacken. Für ihr Frontlaufstrategie fehlten ihr diesmal die Reserven.

5.000m Männer - Mo Farah zum Doppelgold (20.8.2016)

Mo Farah schaffte das historische Double-Double! Nach dem Finnen Lasse Viren (1972 und 1976) siegte er bei zwei Olympischen Spielen hintereinander sowohl über 5.000 und 10.000 Meter!

Die Zeichen standen gut für den Briten Mo Farah nach dem 10.000 Meter Gold auch über 5.000 Meter zu siegen. Kenia vollbrachte es irgendwie zum ersten Mal seit 26 Jahren keinen einzigen Läufer ins Finale zu bringen, zumindest nicht im Nationaltrikot, denn für die USA starteten die gebürtigen Kenianer, der bereits 41-jährige Bernhard Lagat und der 25-jährige Paul Kipkemoi Chelimo und für Bahrain startete Ex-Landsmann Albert Rop. Die Möglichkeiten der Außenseiter mit einer Mannschaftstaktik den vielleicht schon müden Meister zu schlagen waren dadurch reduziert.  

Den Wettkampfverlauf konnte man voraussagen. Vorne bemühten sich zunächst die Äthiopier tatsächlich das Tempo hochzuhalten und Mo Farah reihte sich dennoch erst mal ganz hinten ein. Das Rennen begann daher flott, die ersten 1.000 Meter in 2:37 Minuten. Die Äthiopier versuchten vielleicht eine Schwäche bei Farah aufzudecken. Doch dann wurde das Rennen eine Spur langsamer. Eine große Gruppe von 14 Läufern, mittlerweile angeführt vom britischen Überläufer blieb bis zur vorletzten Runde zusammen. Diese wurde dann mit 59,8 Sekunden schon sehr schnell. Eingangs der Schlussrunde versuchte es der WM-Dritte Äthiopier Hagos Gebrhiwet mit einer Attacke, doch Farah gab geschickt die Innenbahn in der Kurve nicht frei. Der Äthiopier versuchte es nochmals auf der Gegengeraden, aber auch diesen Angriff parierte Mo Farah. Fünf Läufer gingen in die Zielkurve in der Farah taktisch exzellent wie immer die Innenbahn verteidigte. Auf der Zielgeraden musste er sich ein letztes Mal erfolgreich einer überraschenden Attacke des US-Kenianers Chelimo erwehren, um in 13:03,30 Minuten zu gewinnen.

26,3 Sekunden für die letzten 200 Meter, 53,0 Sekunden für die letzten 400 Meter, die letzten 1.000 Meter in 2:23,94 Minuten! Der Meister hatte doch noch genügend Reservepfeile im Köcher. Um die Plätze dahinter gab es eine Viertelstunde später Verwirrung. Der Zweitplatzierte Paul Kipkemoi Chelimo lief mit 13:03,90 Minuten zwar Bestzeit, sollte aber wie Muktar Edris und Hagos Gebrhiwet wegen Behinderung zunächst disqualifiziert werden. Chelimo und Gebrhiwet hatten aber dann doch Erfolg mit einem Gegenprotest. Die Bronze Medaille hatte zunächst sogar der Senior Bernhard Lagat zugesprochen bekommen, sie wurde aber nach dem Wirrwar dann doch an den Äthiopier Hagos Gebrhiwet vergeben. Dennoch lief Lagat mit 13:06,78 Minuten einen sensationellen Masters-Weltrekord.


Ergebnisse:
1 Mohamed Farah GBR 13:03.30
2 Paul Kipkemoi Chelimo USA 13:03.90 PB
3 Hagos Gebrhiwet ETH 13:04.35
4 Mohammed Ahmed CAN 13:05.94
5 Bernard Lagat USA 13:06.78 SB
6 Andrew Butchart GBR 13:08.61 PB
7 Albert Kibichii Rop BRN 13:08.79
8 Joshua Kiprui Cheptegei UGA 13:09.17
9 Birhanu Balew BRN 13:09.26 PB
10 Abrar Osman ERI 13:09.56
11 Hassan Mead USA 13:09.81
12 Dejen Gebremeskel ETH 13:15.91
13 Elroy Gelant RSA 13:17.47
14 Brett Robinson AUS 13:32.30
15 David Torrence PER 13:43.12
Muktar Edris ETH DQ 

Mo Farah
Mo Farah lief sich in Rio mit seinem doppelten Doppelsieg über 5.000 und 10.000 Meter in die Reihe der größten Langstreckenläufer aller Zeiten.
1.500m Männer - Centrowitz gelingt Überraschung (20.8.2016)

Das Rennen endete mit einer dicken Überraschung. Nicht der Kenianer Asbel Kiprop oder der Algerier Taoufik Makhloufi holten sich Gold, sondern der US-Amerikaner Matthew Centrowitz aus der "Alberto Salazar Gruppe". Damit feierte er seinen bisher größten Erfolg nach dem Hallen-Weltmeistertitel im März in Portland und WM-Silber und Bronze in Moskau 2013 und Daegu 2011. Wie 2012 in London enttäuschten die Kenianer. In einem von Remplern und taktischem Gerangel geprägten Bummel-Rennen stürzte Ronald Wemoi, der Favorit Asbel Kiprop lief taktisch ungeschickt, entweder war er eingeklemmt oder lief auf der Außenbahn, während Centrowitz von Beginn an das Rennen an der Spitze geschickt auf der Innenbahn kontrollierte. Im Spurt hatte er dann genügend Reserven eine letzte Attacke von Titelverteidiger Taoufik Makloufi abzuwehren. Die letzte Runde lief der Amerikaner in 50,6 Sekunden. Eine Überraschung war auch die Bronze Medaille des Neuseeländers Nicholas Willis.


Ergebnisse:

1 Matthew Centrowitz USA 3:50.00
2 Taoufik Makhloufi ALG 3:50.11
3 Nicholas Willis  NZL 3:50.24
4 Ayanleh Souleiman DJI 3:50.29
5 Abdalaati Iguider MAR 3:50.58
6 Asbel Kiprop KEN 3:50.87
7 David Bustos ESP 3:51.06
8 Ben Blankenship USA 3:51.09
9 Ryan Gregson AUS 3:51.39
10 Nathan Brannen CAN 3:51.45
11 Ronald Musagala UGA 3:51.68
12 Charlie Grice GBR 3:51.73
13 Ronald Kwemoi KEN 3:56.76


Asbel Kiprop
Wie über 5.000 Meter enttäuschten auch Kenias 1.500m Läufer. Asbel Kiprop hatte in einem Bummelrennen hinten raus keinen Saft mehr für einen Spurt.



Matthew Centrowitz
Der US-Amerikaner Matthew Centrowitz holte überraschend Gold, sein größter Erfolg nach seinem Hallen-Weltmeister Titel im Frühjahr.

800m Frauen - Caster Semenya in Bestform (20.8.2016)

Ich gebe zu, ich tue mich schwer zu diesem Rennen zu schreiben (siehe Kommentar unten). Also erst mal die Fakten. Die Südafrikanerin Caster Semenya, Weltmeisterin  von Berlin 2009 und Olympiazweite von London 2012 übernahm sofort die Spitze und hielt zusammen mit Francine Niyonsaba aus Burundi das Tempo hoch. Nach 400 Metern in 57,3 Sekunden griff Niyonsaba auf der Gegengeraden an, aber auf den letzten 200 Metern war die Südafrikanerin nicht mehr zu halten. Semenya siegte in neuem nationalem Rekord von 1:55,28 Minuten überlegen vor der Hallenweltmeisterin Francine Niyonsaba und Margaret Wambui aus Kenia, die taktisch sehr unklug meistens auf Bahn zwei den längeren Weg suchte. Die Weltjahresbesten setzten sich in einem sehr schnellen Rennen letztlich durch. Alle Läuferinnen blieben unter 2:00 Minuten. Fünf von acht Läuferinnen erzielten Bestzeiten. Francine Niyonsaba holte die erste olympische Medaille für Frauen nach Burundi und die zweite für ihr Land überhaupt. 1996 siegte in Atlanta ihr Landsmann Venuste Niyongabo über 5.000m Meter.


Hyperandrogen zum Sieg
Kommentar von Herbert Steffny (20.8.2016)

Nun zu den Hintergründen der sehr diffizilen Materie. Nachdem der internationale Sportgerichtshof CAS (Court of Arbitration for Sport) in Lausanne im letzten Jahr auf Grund einer Klage der hyperandrogenen indischen Sprinterin Dutee Chand die vom Internationalen Leichtathletik Verband verordnete Hyperandrogenismus Regelung für die nächsten zwei Jahre aufhob, mussten die betroffenen Athletinnen wie Caster Semenya keine Testosteron-senkende Medikamente mehr einnehmen. Die IAAF legte einen Grenzwert für das Serum-Testosteron von unter 10 nmol/Liter fest. Die Konsequenz der Aufhebung dieser Regel: im letzten und vorletzten Jahr kam z.B. Caster Semenya mit Hormonsenkern mit 1:59,59 bzw. 2:02,66 Minuten über 800 Meter kaum noch unter 2:00 Minuten. Nun lief sie in Rio de Janeiro wieder mit ihren höheren Hormonwerten persönliche Bestzeit und auf Rang 11 der ewigen Bestenliste, schneller als bei ihrem WM Sieg 2009 in Berlin (1:55:45min).

Start 800m Semenya Wambui Jozwik
Könnte man hier nicht spontan assoziieren:
"Was macht das Mädel da unter den Jungs?"


Eigentlich ist Semenya der lebende Beweis wie Testosteron bei Frauen wirkt. Das ist aber kein Doping, sondern in diesem Jahr ist sie biologisch wieder so wie sie ist, eben von Natur aus hyperandrogen (Frau mit höherer männlicher Sexualhormon-Produktion) und folglich ungeschlagen. Auch die Zweit- und Drittplatzierte Niyonsaba und Wambui wirkten eher wie die "Jungs im Läuferfeld" und fielen wie Semenya auch durch burschikose Gesten wie Muskeln zeigen, tiefe Stimme usw. auf. Denkt man hier nicht spontan: "Ja, so sind eben Jungs?" Hier braucht es unbedingt eine zufriedenstellende IAAF-Regelung. Andererseits werden die genetischen Voraussetzungen nie gleich sein. Im Marathonlauf legt man auch keinen Grenzwert für die maximal erlaubte Höhe der fettverbrennenden Enzym-Kapazität fest und im Basketball ist die angeborene Größe auch von Vorteil. Und trotzdem tut es mir irgendwie Leid für die hinterher laufenden "Mädels" im Frauenfeld....




Ergebnisse:

1 Caster Semenya RSA 1:55.28 NR
2 Francine Niyonsaba BDI 1:56.49
3 Margaret Nyairera Wambui KEN 1:56.89 PB
4 Melissa Bishop CAN 1:57.02 NR
5 Joanna Józwik POL 1:57.37 PB
6 Lynsey Sharp GBR 1:57.69 PB
7 Marina Arzamasova BLR 1:59.10
8 Kate Grace USA 1:59.57

Caster Semenya gießt mit ihrer Siegerpose Benzin ins Feuer einer umstrittenen Diskussion
Gold! Caster Semenya gießt mit ihrer Siegerpose Benzin ins Feuer einer umstrittenen Diskussion. Ok... dann greife ich mal in die Schublade: So machen es eben Jungs...


Joanna Jozwik
...und so machen es die Mädchen! Für die Polin Joanna Jozwik reichte es für Platz fünf in Hausrekord.
Marathon Männer - Eliud Kipchoges größter Erfolg (21.8.2016)

Der 31-jährige Kenianer Eliud Kipchoge siegte mit 2:08:44 Stunden in überzeugender Manier und lief mit Olympiagold zum größten Triumph seiner langen erfolgreichen Laufbahn. Mit einem schnellen Abschnitt in 14:25 Minuten vernichtete er zwischen 30 und 35 Kilometern regelrecht die Hoffnungen der Konkurrenten. Dahinter sicherten sich der Äthiopier Feyisa Lelisa und der US-Amerikaner Galen Rupp Silber und Bronze.

Eliud Kipchoge holte das zweite Olympiagold und krönte damit seine lange Laufbahn
Eliud Kipchoge holte für Kenia das zweite Olympiagold und krönte damit seine lange Laufbahn
(Foto, Copyright: Herbert Steffny)

Die letzte leichtathletische Entscheidung war für Langstreckenfans natürlich der Leckerbissen, vielleicht sogar der Höhepunkt der Spiele! Der Männer Marathon hatte anders als viele andere Entscheidungen wenigstens zwei Deutsche unter den 155 Teilnehmern, Philipp Pflieger und Julian Flügel. Arne Gabius, dessen Saison überhaupt nicht läuft, hatte im Vorfeld mit Hüftproblemen abgesagt. Der Start erfolgte um 9.30 Ortszeit bei rund 22 Grad Celsius bei nahezu Windstille auf dem selben Kurs mit Start und Ziel im Sambodrom, den eine Woche zuvor auch die Damen absolvierten. Darin war dreimal eine Wendepunktstrecke zu durchlaufen. Nur regnete es diesmal, was natürlich auch die Luftfeuchte auf offiziell gemessene 94 Prozent erhöhte. Der haushohe Favorit war für die meisten (und auch mich) der Überläufer der letzten Jahre Eliud Kipchoge aus Kenia, der in seinen bisher sieben gelaufenen Marathons sechs hochkarätige Siege feiern konnte, zuletzt gegen die versammelte Weltklasse in London mit der zweitschnellsten Zeit 2:03:05 Stunden der Marathon Geschichte. Für Kenia hatte bisher nur der verstorbene Sammy Wanjiru in Peking 2008 in Olympischen Rekord /2:06:32 Stunden)  Olympia-Gold holen könnnen. Würde es der 5.000 Meter Weltmeister von
Paris 2003 ihm gleichtun? In asketischer Disziplin bereitete sich der mittlerweile in seinem Land steinreiche Kipchoge in Kenia im einfachen Trainingslager vor, um sich den Leistungshunger zu bewahren. Den Olympiasieg stellt er in der Zielsetzung noch vor den Weltrekord. Silber und Bronze auf der Bahn hatte er schon in seiner Sammlung.


Äthiopier, Kenianer mögen Regen nicht. Eine mentaler Vorteil und eine Möglichkeit für eine Überraschung für Außenseiter? Wohl dem, der
vorher seine Laufschuh-Sohlen auf Rutschfestigkeit überprüft hat. Neben Kipchoge war auch sein Landsmann und New York Sieger Stanley Biwott als Mitfavorit am Start. Im direkten Vergleich unterlag er allerdings Kipchoge in London. Im Feld war auch der Titelverteidiger Stephen Kiprotich aus Uganda und der Weltmeister aus Eritrea Ghirmay Ghebrselassie.  Die US-amerikanische Hoffnung lag auf dem Olympia-Silber Medaillengewinner über 10.000 von London 2012 Galen Rupp, ein Trainingskumpel von Mo Farah. Der perforierte sein US-Trikot zur Belüftung mit Löchern wie ein Schweizer Käse. In vergleichweise gemächlichen 15:31 Minuten durchliefen rund 40 Läufer die Fünf-Kilometermarke. Ein Tempo auf 2:11 Stunden. Julian Flügel und Philipp Pflieger liefen sehr vorsichtig gemeinsam rund 40 Sekunden dahinter um Platz 125 durch. Bei 10 Kilometern führte Ghirmay Ghebrselassie bei gleich bleibendem Tempo die Spitze in 31:08 Minuten an. Eliud Kichoge hielt sich konsequent in vorderster Reihe, wohl bedacht in der rund 40-köpfigen Gruppe nicht in Rangeleien zu geraten. In vorderster Front auch Tadese Abraham der Europameister über Halbmarathon aus der Schweiz.

15 Kilometer wurde in 46:53 durchlaufen, das Tempo ließ nun sogar ein wenig in Richtung 2:12 Stunden nach. Entsprechend kamen
66 Läufer innerhalb 11 Sekunden an der Marke durch. Philipp Pflieger verbesserte sich unterdessen auf Platz 100. Auch der Achte des London Marathons Callum Hawkins (GBR) zeigte sich zeitweilig sogar an der Spitze.  Nach einer Stunde begann es aufzuklaren, der Regen stoppte. Bei Sonne würde es nun eine Waschküche werden. Auch bei Halbmarathon (1:05:55 Stunden) änderte sich nicht viel am Tempo. Erstmals zeigt sich nun auch der Titelverteidiger Stephen Kiprotich an der Spitze. Die Führungsgruppe reduzierte sich nun auf etwa 40 Läufer. Das Feld dünnte bei 25 Kilometern (1:18:12 Stunden) weiter auf rund 20 Läufer aus und bei 27 Kilometern setzte sich etwa ein Dutzend Läufer etwas ab mit den drei Kenianern in Front. Stephen Kiprotich und etwas später auch der Weltmeister Gebreselassie fielen unterdessen zurück.


Zweite schnelle Hälfte - Kipchoge zermürbt die Gegner

Das Tempo zog von 25 auf 30 Kilometer (1:33:50 Stunden) nun leicht an und dann wurde es ernst. Die Äthiopier Tokio Sieger Lelisa und Boston Sieger Berhanu zerrissen an einer Getränkestation die Spitze auseinander  Eliud Kipchoge, Galen Rupp gingen mit, Biwott folgte erst mit leichtem Abstand. Kipchoge übernahm nun die Führung mit Rupp und Lilesa im Schlepptau. Entsprechend war der 5-Kilometer Abschnitt mit 14:25 Minuten der bisher schnellste des Rennens. 
Phillipp Pflieger lag unterdessen auf ca. Platz 70. Waren vorne die Medaillen bereits vergeben? Galen Rupp drehte sich bereits um und dann war es bald um den Vorfußläufer geschehen. 35 Kilometer in 1:47:40 Stunden. Bei 36 Kilometern ließ es Kipchoge dann entgültig krachen. Lelisa, der ihm offenbar in die Schuhe getreten war, bekam noch kurz einen gestenreichen Anpfiff und dann zog Kipchoge davon. Der kampferprobte Lelisa gab aber noch nicht auf, während Rupp deutlich zurückfiel. Überraschend, dass dahinter Stanley Biwott ausstieg. Innerhalb eines Kilometers betrugen die Abstände jeweils rund 10 Sekunden. Weiter hinten pirschte sich Ghebrselassie an die auf Platz vier und fünf laufenden Berhanu und den Ugander Munyu Mutai heran.


Eliud Kichoge gewinnt überlegen

Am "Museum of Tomorrow" liefen die Athleten im Hafenviertel Rios auch im Sicherheits-technischen Niemandsland, wie überhaupt der Zuschauerzuspruch wie schon bei den Damen zu wünschen übrig ließ. Fußball ist in Brasilien eben alles. Kipchoge vergrößerte seinen Vorsprung auf Lelisa auf rund 150 Meter, das Rennen dahinter blieb weiter offen. Ghebreselassie lag nun bereits auf Platz vier. Bei 40 Kilometern (2:02:24, 14:44min 5k-Abschnitt) hatte Kipchoge bereits 36 Sekunden Vorsprung auf Lelisa und 48 Sekunden auf Rupp, der sich offenbar gefangen hatte und den Äthiopier noch im Visier hatte. Doch vorne war an dem souveränen Sieg von Kipchoge nicht mehr zu rütteln. Er lief flott, das - soweit im Sambodrom vorhandene - Publikum grüßend und seinen Sieg voll auskostend mit über einer Minuten Vorsprung in 2:08:44 Stunden zu seinem bisher sicherlich größen Erfolg. Das die Zeit seine bisher langsamste ist, wird er verschmerzen können. Die zweite Hälfte donnerte er in 1:02:49 Stunden, den letzten 2,195 Kilometer Abschnitt in sehr schnellen 6:20 Minuten! Hinter dem Ziel kniete er nieder und bekreuzigte sich. Sein Gold brachte Kenia auf Platz zwei im finalen Medaillenspiegel noch vor Jamaika und hinter USA. Der vielleicht vom 10.000 Meterlauf eine Woche zuvor noch leicht geschwächte Rupp konnte Lelisa (2:09:54 Stunden) nicht mehr einholen, lieferte mit Platz drei
in 2:10:05 Stunden und Bestzeit aber eine ordentliche Leistung, ebenso wie der Weltmeister Ghirmay Ghebreselassie, der als Vierter in 2:11:04 Stunden untermauern konnte, dass sein Titel 2015 kein Zufall war. Meine Meinung: ohne den 10.000 Meterlauf wäre Galen Rupp vielleicht Zweiter geworden.


Zwischenzeiten von Eliud Kipchoge:

Zw.Zeit 5k-Split proj. Endzeit
5km 00:15:31 00:15:31 02:10:57
10km 00:31:08 00:15:37 02:11:22
15km  00:46:53 00:15:45 02:11:53
20km 01:02:27 00:15:34 02:11:45
HM 01:05:55 02:11:50
25km 01:18:12 00:15:45 02:11:59
30km 01:33:15 00:15:03 02:11:09
35km 01:47:40 00:14:25 02:09:48
40km 02:02:24 00:14:44 02:09:07
42,195km 02:08:44 00:06:20


Auch der Titelverteidiger Stephen Kiprotich konnte mit Platz 13 nochmals ein kleines Ausrufezeichen setzen, während andere Mitfavoriten wie Stanley Biwott ausstiegen. Der Schweizer Tadese Abraham enttäuschte auf Rang 7 in 2:11:42 
Stunden keineswegs. Philipp Pflieger kam lange auf 2:16 Stunden Kurs laufend (siehe Tabelle unten), am Ende zwar langsamer werdend, aber doch noch Läufer einsammelnd, als 55. Platzierter in 2:18:56 Stunden als bester Deutscher ins Ziel. Damit lag der Regensburger immerhin noch vor dem zweifachen New York Sieger Marylson Dos Santos aus Brasilien. Julian Flügel sprintete mit dem Georgier Daviti Kharazishvili noch um Platz 71, den er mit 12:03 Minuten Rückstand auf den Sieger in 2:20:47 Stunden ergatterte. Philipp Pflieger war zufrieden mit seiner konservativen Taktik, da er im "Dampfbad" noch reichlich Läufer einsammeln konnte. Julian Flügel, der erst kurzfristig auf den Olympiazug aufsprang, nachdem Hendrik Pfeiffer verletzungsbedingt absagen musste, konnte mit seiner Leistung unter den Umständen ebenfalls zufrieden sein. 140 Läufer erreichten das Ziel. Eine besondere Ehre kam den Marathonläufern zuteil, denn die Siegerehrung fand im illustren Rahmen der Abschlussfeier statt.


Zwischenzeiten von Philipp Pflieger:

Zw.Zeit 5k-Split proj.Endzeit
5km 00:16:13 00:16:13 02:16:51
10km 00:32:16 00:16:03 02:16:09
15km  00:48:26 00:16:10 02:16:15
20km 01:04:35 00:16:09 02:16:15
HM 01:08:08 02:16:15
25km 01:20:52 00:16:17 02:16:29
30km 01:36:56 00:16:04 02:16:20
35km 01:53:37 00:16:41 02:16:58
40km 02:11:18 00:17:41 02:18:30
42,195km 02:18:56 00:07:38



Ergebnisse:

1 Eliud Kipchoge  KEN 2:08:44
2 Feyisa Lilesa  ETH 2:09:54
3 Galen Rupp  USA 2:10:05 PB
4 Ghirmay Ghebreslassie  ERI 2:11:04
5 Alphonce Felix Simbu  TAN 2:11:15
6 Jared Ward  USA 2:11:30 PB
7 Tadesse Abraham  SUI 2:11:42
8 Munyo Solomon Mutai  UGA 2:11:49 SB
9 Callum Hawkins  GBR 2:11:52
10 Eric Gillis  CAN 2:12:29
11 Abdi Nageeye  NED 2:13:01
12 Mumin Gala  DJI 2:13:04 PB
13 Lemi Berhanu  ETH 2:13:29
14 Stephen Kiprotich  UGA 2:13:32
15 Paulo Roberto Paula  BRA 2:13:56 SB
16 Satoru Sasaki  JPN 2:13:57
17 Kaan Kigen Ozbilen  TUR 2:14:11
18 Bayron Piedra  ECU 2:14:12 PB
19 Sondre Nordstad Moen  NOR 2:14:17
20 Oleksandr Sitkovskyy  UKR 2:14:24
21 Amanuel Mesel  ERI 2:14:37
22 Koen Naert  BEL 2:14:53
23 Reid Coolsaet  CAN 2:14:58
24 Lusapho April  RSA 2:15:24
25 Thanackal Gopi  IND 2:15:25 PB
26 Kheta Ram  IND 2:15:26 PB
27 Chol Pak  PRK 2:15:27
28 Evans Kiplagat Barkowet  AZE 2:15:31
29 Guojian Dong  CHN 2:15:32
30 Ihor Olefirenko  UKR 2:15:36
31 Liam Adams  AUS 2:16:12
32 Paul Pollock  IRL 2:16:24
33 Mebrahtom Keflezighi  USA 2:16:46
34 Anuradha Indrajith Cooray  SRI 2:17:06
35 Abdi Hakin Ulad  DEN 2:17:06
36 Suehiro Ishikawa  JPN 2:17:08
37 Marius Ionescu  ROU 2:17:27
38 Ruggero Pertile  ITA 2:17:30
39 Artur Kozlowski  POL 2:17:34
40 Nicolás Cuestas  URU 2:17:44
41 Pardon Ndhlovu  ZIM 2:17:48
42 Víctor Aravena  CHI 2:17:49
43 Saidi Juma Makula  TAN 2:17:49
44 Florent Caelen  BEL 2:17:59
45 Raúl Machacuay  PER 2:18:00
46 Richer Pérez  CUB 2:18:05
47 Michael Shelley  AUS 2:18:06
48 Ihor Russ  UKR 2:18:19
49 Carles Castillejo  ESP 2:18:34
50 Ernesto Andrés Zamora  URU 2:18:36 PB
51 Ercan Muslu  TUR 2:18:40
52 Cristhian Pacheco  PER 2:18:41
53 Mariano Mastromarino  ARG 2:18:44
54 Daniel Vargas  MEX 2:18:51
55 Philipp Pflieger  GER 2:18:56
56 Willem Van Schuerbeeck  BEL 2:18:56 SB
57 Stefano La Rosa  ITA 2:18:57
58 Cuthbert Nyasango  ZIM 2:18:58
59 Marilson dos Santos  BRA 2:19:09
60 Tewelde Estifanos  ERI 2:19:12
61 Roman Fosti  EST 2:19:26
62 Atef Saad  TUN 2:19:50
63 Tiidrek Nurme  EST 2:20:01
64 Kevin Seaward  IRL 2:20:06
65 Jesús España  ESP 2:20:08
66 Raúl Pacheco  PER 2:20:13
67 Juan Carlos Trujillo  GUA 2:20:24
68 Abdelmajid El Hissouf  MAR 2:20:29
69 Stsiapan Rahautsou  BLR 2:20:34
70 Mynhardt Mbeumuna Kawanivi  NAM 2:20:45 SB
71 Julian Flügel  GER 2:20:47
72 Daviti Kharazishvili  GEO 2:20:47
73 Rachid Kisri  MAR 2:21:00
74 Maru Teferi  ISR 2:21:06
75 Remigijus Kancys  LTU 2:21:10
76 Christian Kreienbühl  SUI 2:21:13
77 Mohamed Hrezi  LBA 2:21:17
78 Solonei da Silva  BRA 2:22:05
79 Andrés Ruiz  COL 2:22:09
80 Jackson Kiprop  UGA 2:22:09
81 Scott Westcott  AUS 2:22:19
82 Guor Maker  SSD 2:22:45 SB
83 Uladzislau Pramau  BLR 2:22:48
84 Nitendra Singh  IND 2:22:52
85 Miguel Ángel Almachi  ECU 2:23:00
86 Ilya Tiapkin  KGZ 2:23:19
87 Gábor Józsa  HUN 2:23:22
88 Gerald Giraldo  COL 2:23:48
89 Luis Ariel Molina  ARG 2:23:55
90 Yonas Kinde  ROT 2:24:08
91 Duobujie  CHN 2:24:22
92 Ser-Od Bat-Ochir  MGL 2:24:26
93 Jordan Chipangama  ZAM 2:24:58
94 Hisanori Kitajima  JPN 2:25:11
95 Lebenya Nkoka  LES 2:25:13
96 Renxue Zhu  CHN 2:25:31
97 Sibusiso Nzima  RSA 2:25:33
98 Daniel Estrada  CHI 2:25:33
99 Ambroise Uwiragiye  RWA 2:25:57
100 Chin-Ping Ho  TPE 2:26:00
101 Mihail Krassilov  KAZ 2:26:11
102 David Carver  MRI 2:26:16
103 Mick Clohissey  IRL 2:26:34
104 Hakim Sadi  ALG 2:26:47
105 Roman Prodius  MDA 2:27:01
106 Luis Alberto Orta  VEN 2:27:05
107 Gantulga Dambadarjaa  MGL 2:27:42
108 Enzo Yañez  CHI 2:27:47
109 Gáspár Csere  HUN 2:28:03
110 Martín Esteban Cuestas  URU 2:28:10
111 Valdas Dopolskas  LTU 2:28:21
112 Fabiano Joseph  TAN 2:28:31
113 Kamongwa Salukombo Makorobondo  COD 2:28:54
114 Derek Hawkins  GBR 2:29:24
115 Célestin Nihorimbere  BDI 2:29:38
116 Hristóforos Meroúsis  GRE 2:29:39
117 Anton Kosmac  SLO 2:29:48
118 José Amado García  GUA 2:30:11
119 Andjelko Risticevic  SRB 2:30:17
120 Ricardo Ramos  MEX 2:30:20
121 Tasama Moogas  ISR 2:30:30
122 Ageze Guadie  ISR 2:30:45
123 Rui Pedro Silva  POR 2:30:52
124 Segundo Jami  ECU 2:31:07
125 Diego Colorado  COL 2:31:20
126 Bekir Karayel  TUR 2:31:27
127 Nicolae-Alexandru Soare  ROU 2:31:53
128 Yared Shegumo  POL 2:31:54
129 Mohammadjafar Moradi  IRI 2:31:58
130 Byambajav Tseveenravdan  MGL 2:36:14
131 Myeongjun Son  KOR 2:36:21
132 Michael Kalomiris  GRE 2:37:03
133 Boonthung Srisung  THA 2:37:46
134 Ricardo Ribas  POR 2:38:29
135 Jorge Castelblanco  PAN 2:39:25
136 Derlys Ayala  PAR 2:39:40
137 Federico Bruno  ARG 2:40:05
138 Jungsub Shim  KOR 2:42:42
139 Kuniaki Takizaki  CAM 2:45:55
140 Methkal Abu Drais  JOR 2:46:18
Wesley Korir  KEN DNF
Wirimai Juwawo  ZIM DNF
Tesfaye Abera  ETH DNF
Tsepo Mathibelle  LES DNF
Lungile Gongqa  RSA DNF
Tsegai Tewelde  GBR DNF
Stanley Kipleting Biwott  KEN DNF
Daniele Meucci  ITA DNF
Isaac Korir  BRN DNF
Wissem Hosni  TUN DNF
El Hadi Laameche  ALG DNF
Abraham Niyonkuru  BDI DNF
Alemu Bekele  BRN DNF
Henryk Szost  POL DNF
Andrey Petrov  UZB DNF



Finaler Medaillenstand Leichtathletik:

NationGSBSumme
1  USA 13 10 9 32
2  KENIA 6 6 1 13
3  JAMAIKA 6 3 2 11
4  CHINA 2 2 2 6
5  SÜDAFRIKA 2 2 0 4
6  GROSSBRITANNIEN & N.I. 2 1 4 7
7  KROATIEN 2 0 1 3
7  DEUTSCHLAND 2 0 1 3
9  ETHIOPIEN 1 2 5 8
10  KANADA 1 1 4 6



Kenias Medaillen Gewinner:


Name Sex Disziplin Medaille
Jemima Jelagat Sumgong W Marathon Gold
David Lekuta Rudisha M 800m Gold
Faith Chepngetich Kipyegon W 1500m Gold
Conseslus Kipruto M 3000m H Gold
Vivian Jepkemoi Cheruiyot W 5000m Gold
Eliud Kipchoge M Marathon Gold
Vivian Jepkemoi Cheruiyot W 10,000m Silber
Paul Kipngetich Tanui M 10,000m Silber
Hyvin Kiyeng Jepkemoi W 3000m H Silber
Boniface Mucheru Tumuti M 400m H  Silber
Hellen Onsando Obiri W 5000m Silber
Julius Yego M Speerwurf Silber
Margaret Nyairera Wambui W 800m Bronze


Eliud Kipchoge im Ziel
Eliud Kipchoge im Ziel am Ziel seiner Träume. Ihm fehlte der Olympiasieg noch in seiner Sammlung. Der derzeit klar beste Marathonläufer holte nach Sammy Wanjiru 2008 zum zweiten Mal Gold für Kenia.



alle Marathons von
Eliud Kipchoge:
 Zeit  Pl.   Ort  Jahr  
 2:05:30  1.  Hamburg  2013
 2:04:05  2.  Berlin   2013
 2:05:00 1. Rotterdam 2014
 2:04:11 1. Chicago
 2014
 2:04:42 1.  London 2015
 2:04:00 1. Berlin 2015
 2:03:05 1. London 2016
2:08:441. Rio (OS) 2016



Feyisa Lilesa
Feyisa Lilesa sicherte Silber für sich und die Läufernation Äthiopien. Auf den letzten Kilometern musste er sich den US-Amerikaner Galen Rupp vom Hals halten.




Feyisa Lilesa
Feyisa Lilesas Geste im Ziel war ein Protest gegen die Verfolgung des Oromo-Stammes in seiner Heimat, zu dem er selbst gehöre. Es habe schon  über 400 Tote bei Protesten in seiner Heimat gegeben. Die Regierung verfolge die Oromo - so auch Amnesty International - er selbst und seine Familie begebe sich mit dieser  Aktion in Lebensgefahr und würde nun Asyl in Kenia oder den USA suchen.




Galen Rupp
Bronze in Hausrekord für Galen Rupp (USA). Sein Trikot gleicht einem Schweizer Käse. Eine Woche nach dem Start über 10.000 Meter, wo er Fünfter wurde, fehlten ihm vielleicht die letzten Reserven für das knapp verpasste Silber.




Phillip Pflieger
Philipp Pflieger lief eine konservative Strategie, die ihn in einer Aufholjagd als besten Deutschen auf Platz 55 brachte.




Eliud Kipchoge Siegerehrung
Eine besondere Ehrung erfuhren die Marathonläufer, denn ihre Siegerehrung fand ihm Rahmen der Abschlussfeier statt..









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